Donnerstag, 4. Januar 2018

Schlüsselsätze: Ins Tun kommen

Ins Tun kommen, etwas zu tun haben, etwas schaffen.

Regenbogen fürs Gemüt

Lange lag sie in der Ecke: Meine Wolle. In zwei Klappkisten stapeln sich hunderte Wollknäuele in allen Farben des Regenbogens. Vor einigen Jahren bin ich dem Boshi-Hype verfallen und habe insgesamt bestimmt 200 Mützen gehäkelt und gestrickt und verschenkt. Entsprechend groß ist mein Material- und Bücher-Fundus.

Handarbeiten ist Meditation.

Ich muss raus aus dieser Depression, brauche trotzdem meine Ruhe, meine Pause, ich will nichts tun müssen und auch nicht mehr nachdenken. Beim Aufräumen fand ich vor ein paar Tagen zufällig ein einzelnes Fadenende, daran ein großes Knäuel mit einem angefangenen Häkelstück sowie eine Häkelnadel. Nach kurzer Analyse habe ich das Teil aufgeribbelt, meine Bücher durchstöbert und mich an ein neues Modell gewagt. So ein kleiner Impuls führt mich also zurück zu meinem Hobby, zurück ins Tun, zurück zu einer kleinen Freude, zum Gefühl des Dranbleibenwollens und des Erfolghabens oder Etwasabschließenkönnens. Damit löse ich keines meiner Probleme, sie sind alle immer noch da, doch ich freue mich und fühle mich etwas leichter. Gut für den Moment. Das sollte ich mir merken: Ins Tun kommen gilt auch auf diese Weise.

Mittwoch, 3. Januar 2018

Innerer Kampf

Waren Sie ein angepasstes Kind?

 

Ja, sehr. 


Zahnkontakt
Diese Frage der Psychiaterin fällt mir ein. Meine Antwort lautete: Ja, sehr. Und ich bin eine angepasste Arbeiterin, Ehefrau, Mutter, Schwiegertochter.

Ich glaube, ich bin eigentlich ganz anders. Was ist echt, wer bin ich? - immer öfter drängt diese Frage in mein Bewusstsein, ich entdecke einen älteren post. Seit Jahren, schon immer vielleicht, lebe ich mit angezogener Handbremse. Auf dem Vulkan. Aber ich tanze nicht, sondern ich verstecke mich. Lebe so, wie ich annehme, dass man es tut. Leiste das, was vermutlich von mir erwartet wird. Ich fange auf und federe ab, ich beschütze und tröste. Die paar Mal, die ich ausgebrochen bin, habe ich gelernt, dass ich mit der Reaktion nicht umgehen kann, weil ich anecke. Also schlucke ich es runter. Und kotze es heimlich wieder raus. Dabei vergesse ich meine Träume, mein Ich-Mich, mein Leben. Jetzt ersticke ich daran. Weil ich weiß, was zu tun ist. Weil ich es nicht schaffe. Ich finde mich zum Kotzen.

Montag, 1. Januar 2018

Gnadenlos ehrlich

Noch ein Strafzettel - E.

Und ich habe es wieder getan. Besser: Wieder nicht geschafft. Was ist passiert?
Nichts für empfindsame Seelen, ich bin gnadenlos ehrlich. Bitte gut überlegen vor dem Weiterlesen. Auf eigene Gefahr sozusagen.

Situationsbeschreibung: Wie alles begann.

Ich will einfach nur meine Ruhe haben. Ich will, dass sie mich alle in Ruhe lassen. So. Punkt. Darum lasse ich sie - erstmals - den Silvester-Film alleine gucken. Endlich auf meinem Sofa, quasi unterm beleuchteten Weihnachtsbaum, bei meinem Buch angekommen, will ich mir nur ein Plätzchen zum Genießen gönnen. Ich habe es schon oft geschafft: Erst 1, dann 2, dann 3 und Schluss. Damit kann ich gut leben. Nicht so dieses Mal. Es sind nur noch 6 Plätzchen übrig, die ich alle essen muss. Viel zu schnell, das einzelne leckere Plätzchen geht in der Hektik verloren. So wie ich. Leider war das Abendessen reichhaltig (Blätterteig-Tasche mit Gemüse-Käsefüllung, davor Kürbissuppe), spontan denke ich ans Klo. Automatisch überlege ich: Wieviel habe ich getrunken? Intuitiv weiß ich, es war wenig. Vermutlich genau die richtige Menge für perfekt einfaches Erbrechen. 

Freitag, 29. Dezember 2017

Körperliche Symptome

Neue Reaktion. Ein neues Muster?


Gestern abend kam es zu einem massiven Streit. Ich bin fürchterlich betroffen und mitgenommen, obwohl ich gar nicht Mittelpunkt der Auseinandersetzung war. Aber: 

Mein Körper reagiert anders.

Mir ist übel, ich bin trotz des Durcheinanders in meinem Kopf eingeschlafen und einigermaßen ausgeruht aufgewacht, das Gedankenkarussel dreht sich erst jetzt wieder und hat mich heute Nacht in Ruhe gelassen. Neu ist: Ich verspüre keinen Fressdruck (ja, dafür gibt es einfach kein netteres Wort), die Übelkeit lässt mich gar nicht an Essen denken. Eher liegt mir die Stimmung wie ein Stein im Magen. Ich bin todtraurig, weil die Situation ungeklärt ist und mich natürlich auch betrifft. Ich verbuche meine neue körperliche Reaktion als Zeichen, dass ich meinen Körper etwas besser verstehe, dass ich nicht sofort essen muss, sondern - so fühlt es sich an - diesen Schritt überspringen und einen anderen Umgang finden könnte. Zu viel Kauderwelsch?

19:00 Uhr, Nachtrag am Ende vom Tag.

Ich bin DOCH Mittelpunkt der Auseinandersetzung, ich war nur zu blöd es zu verstehen. Mir ist der Appetit vergangen. Auch das ist ein ziemlich neues Empfinden für mich. Ich habe krampfhaft an meiner Tagesstruktur mit geregelten Mahlzeiten festgehalten, für entsprechende Energie gesorgt - auch ohne Appetit. Ziemlich lustlos habe ich außerdem irgendwann 7 (!) übrig gebliebene Weihnachtskekse gegessen. Geschmeckt haben sie zwar nicht, aber irgendwie musste das sein und mehr wurden es nicht, obwohl es Möglichkeiten gegeben hätte. Vermutlich ist in all' dem Schrecklichen mein Umgang mit dem Essen gar nicht so schlecht. Es könnte schlimmer sein.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Zwischenbilanz

Noch kein Jahresabschluss, aber fast.


Die Weihnachtstage sind geschafft, Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.

 

Drangeblieben. Ziele teilweise erreicht.

Weihnachtstagebuch
Vielleicht waren meine Ziele ambitioniert, vielleicht habe ich selbst nicht ganz dran geglaubt. Ziele teilweise erreicht: Ess- und Wiegeprotokoll habe ich geführt; alles im Rahmen trotz Festessen, Alkohol und ein paar Keksen. Einen Strafzettel musste ich leider auch ausfüllen. Die Analyse des Vorfalls war ernüchternd: Total unnötig, widerstandslos habe ich es einfach geschehen lassen; es war nichtmal ein richtiger Fressanfall; Quälerei ohne Sinn, die sich überhaupt nicht lohnte. Überspitzt formuliert. Fotos von meinen Mahlzeiten habe ich nicht gemacht; damit falle ich immer so auf, dass es mir unangenehm ist, weil ich fürs Fotografieren keine gute Erklärung ausgraben kann. 

Weihnachten war schön!

Obwohl das Essen wieder so im Fokus meiner Aufmerksamkeit steht und stehen muss, habe ich schöne Weihnachtstage erlebt. Ich konnte mich entspannen, mit den Kindern und der Familie, mit Besuch und Freunden lachen und lustig sein, mich an so Vielem freuen. Dafür bin ich dankbar! Dieses Erleben ist ganz, ganz echt, glaube ich, es kommt tief aus mir heraus. Ich hatte auch den Mut, ehrlich zu gestehen, wie es mir geht, und kurz in mich hinein schauen zu lassen. Kleine Schritte sind also möglich. Ich wünsche mir mehr davon.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Schlüsselsätze: Standards einhalten

Ins Tun kommen: Regeln befolgen, Standards einhalten, einfach nur ins Tun kommen!

Darüber habe ich schon geschrieben - im Hinblick auf die körperliche Aktivierung. Natürlich gilt dieser Schlüsselsatz insbesondere auch für den Umgang mit dem Essen, täglich, bei jeder Mahlzeit, in jeder Essens-Situation.

Ins Tun kommen...

Verführung im Büro.
... ist immer noch oder immer wieder verdammt schwer für mich. Aber ich will es versuchen. Nach meinem erneuten Erbrechen umso mehr. Ich habe diesbezüglich viele Baustellen. Als stille Meisterin der Vermeidung kenne ich natürlich meine Wege, diese Baustellen zu umgehen. Alles nur Umwege. Ich muss dahin, wo die Angst ist. Noch so ein Schlüsselsatz.

Samstag, 23. Dezember 2017

Oh Du Verzweiflung

"Ich weiß auch nicht, warum die Therapie bei Ihnen nichts bringt."

Warum mich ein Telefonat mit der Krankenkasse verzweifelt zurück lässt. Und das so kurz vor Weihnachten.

Noch 7 Therapie-Einheiten, dann bin ich gesund.

Ich bin erledigt.
Mein Therapeut ist ein wunderbarer Mensch. Er weiß, was ich brauche und was mir guttut und kann mir die Richtung weisen. Selbst dann, wenn ich es nicht hören will, oder wenn er es zum hundertsten Mal sagen muss. Er kann strukturieren. Er ist ehrlich. Er kann seine Stimme verändern, so dass ich mich auch in schwierigsten Momenten gut aufgehoben fühle. Ich kann auch offen und ehrlich sein. Ich kann mich fallen lassen und aufgerichtet wieder raus gehen. Nur zaubern kann er auch nicht. Und so bleiben mir nur noch 7 Therapie-Sitzungen, die von der Kasse gezahlt werden. Zum Ehrlichsein gehört auch, dass er mir so etwas sagt. Für die sarkastische Kathrin heißt das: Noch 7 mal, dann bin ich also gesund.

Das finde ich zum Kotzen. Und genau das ist auch passiert.

Zeit für eine Pause

Umbrüche. Abschiede. Ich ziehe mich zurück, der Blog macht Pause. Gründe dafür gibt es viele, der Wichtigste: Mit dem Essen komme ich zurech...