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Mittwoch, 10. April 2019

Glücklich sein

Vortrag von Kera Deiss – Ein persönlicher Appell zur kritischen Reflexion


Große Freiheit?
Ich erlebe einen lebendigen Vortrag, durchaus authentisch. Warum mir eine umfängliche Aufklärung so wichtig ist und ich den Vortrag nicht unkommentiert stehen lassen kann. Warum ich diesen persönlichen Appell zur kritischen Betrachtung des Gezeigten und Gehörten anschließe. Bitte weiter lesen! Bitte weiter sagen!


 „Glücklich ist das neue Schön, Hungern war gestern. Ein (Ex-)Model erzählt.“ am 2. April 2019 im Hospitalhof Stuttgart

Sonntag, 6. Januar 2019

Beichte

Viel (zu viel) E zu W.

Feuerstoß.

Advent, Weihnachten, Neujahr, Weihnachtsferien, Urlaub, Besuche, Verwandtschaft und Freunde, Lachen und Weinen, Essen, Kochen, Backen, Einkaufen, Fressen und Kotzen, Geschenke, Freudestrahlen. Alles wie immer. Alles anders. Irgendwie neu. Eine Situationsbeschreibung. Ein Tatsachenbericht, schonungslos.

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Zwischenruf

Grenzüberschreitung!


Mit meinem jüngsten Sohn und seinem Freund, beide fast 11 Jahre alt und ca. 140 cm groß, unterwegs in der Stadt. Folgendes ist passiert:

Einmischung. Wertung. 

Wir befinden uns in einer Buchhandlung. Die Jungs stöbern bei den Comics und ich bei den reduzierten Mängelexemplaren. Das mache ich gerne, finde ich doch immer irgendein Schnäppchen. Ich halte ein Buch mit dem Titel "Abnehmen, ganz ohne Sport" in den Händen und blättere lose von einer zur nächsten Seite. 

Erklingt von der Seite eine Stimme: "Ich kann Ihnen sagen, wie Sie ganz einfach ohne Sport abnehmen werden." Ich scanne mein Gegenüber: Älterer Herr, hager, über 70, schätze ich, im Sessel am Fenster sitzend. Ich, stehend, schaue auf ihn herab - doch das wird mir erst später klar. Zunächst fühle ich mich nämlich wie eine ertappte Schülerin und sehr, sehr klein. Ich sage nichts.

Donnerstag, 9. August 2018

Frei gelegt

Fest verinnerlichte Glaubenssätze.


Angriff. Explosiv.
Als Schreiberling suche ich mir Worte, um selbst zu begreifen, den tieferen Sinn zu entdecken. So legen, in der Retrospektive notiert, meine persönlichen Lebensschritte einen roten Faden frei: Ich stehe vor der Rebellion, vor einer Gefühlsexplosion nach bedürfnis-toten Jahren. Wenn ich offen und ehrlich bin, weiß ich, wo ich ungehorsam werden möchte. 

Und jetzt?

Ätsch.

Rebellion konkret.


Wieder erfordert der voran gegangene post eine Ergänzung. Rebellion, was bedeutet das konkret? Es heißt für mich, in den Ungehorsam zu gehen, den Aufstand zu proben, ganz praktisch anders zu handeln als bisher. Möglichst, ohne andere dabei zu verletzen. Das allerdings ist unrealistisch.

Hier stehe ich nun.

Nach einer langen Phase der Verhaltensanalyse und Verhaltensänderung, die mein Leben gerettet hat, ist nun Raum, meine Gefühle und Bedürfnisse, meine Sehnsüchte und Wünsche zu entdecken. Meine eigenen. Aus mir selbst heraus. Ich habe sozusagen den Panzer abgeschlagen und stehe ziemlich nackig und verletzlich da, einige alte Brösel bedecken mich noch, die Schutzfunktion ist allerdings dahin. Ich wage Brüche: Konkret wechsle ich den Beruf und arbeite nach einer Pause niederschwellig, meine zahlreichen Ehrenämter gebe ich sukzessive auf. So verschaffe ich mir Zeit und Luft. Mein nächstes Umfeld sieht dem Prozess hilflos und verständnislos und wortlos und ängstlich zu. Wir funktionieren weiter, jeder für sich und nach außen den gesellschaftlichen Standards und Erwartungen entsprechend. Nur: Ich habe mich verändert. Trotzdem fresse ich noch, nehme weiter zu, erbreche von Zeit zu Zeit, betäube die Depression medikamentös. Einige Symptome begleiten mich nach wie vor.

Flieger.
Fazit: Ich habe einen Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr weiter komme. Mich selbst habe ich verändert, mein nächstes Umfeld wollte und will nicht mit oder ich ließ ein Mitgehen nicht zu. Freunde haben längst verstanden, was jetzt dran ist. Ich auch, doch meine zaghaften oder taktlosen Versuche scheitern. Beim Versuch, mir Klarheit zu verschaffen, lege ich nicht nur meinen roten Faden, sondern auch fest verinnerlichte Glaubenssätze frei. Dafür brauche ich überraschend viel Platz, so ergibt sich schon der nächste post. Dran bleiben!

Donnerstag, 2. August 2018

Status Quo

Warten auf die Depression 


Warum ich in ambivalenter Habachtstellung bin und mir eine Depression herbeisehne.  

Status Quo 

Ich komme zurecht, gehe gerne zur Arbeit und freue mich dort über die Anerkennung und die vielfältigen Aufgaben, die inzwischen auf meinen Schreibtisch gelangen. Zurück zuhause, sorge ich für Mittagessen und kurze Rücksprache mit den Söhnen, die gerade da sind. Diese widmen sich anschließend ihren eigenen Dingen und organisieren sich selbst. Schließlich sind Ferien. Und ich? Ich gehe ins Bett, schlafe eine Weile – so ungefähr zwei Stunden – und werde dann nur unter Mühen wieder wach, von Tatkraft keine Spur. Die alltäglichen Hausarbeiten schaffe ich kaum, sie gehen mir nicht mehr leicht von der Hand, sondern werden zur Belastung. Vieles lasse ich unerledigt, jetzt bin ich echt faul. Völlig energielos. Wichtiges schiebe ich stetig vor mir her. Mein wunderbarer Therapeut sorgt sich wegen meiner Stagnation. Ich halte mich für mutlos, er nennt es willenlos.

Montag, 5. Februar 2018

Blick über den Tellerrand II

So nah am Tod, so unendlich lebendig.


Warum ich erfüllt bin nach einem besonderen Wochenende. Über meine Flucht vor der Einsamkeit. Über erlebte Stunden der Freude, Demut und Dankbarkeit.

Fenster wohin?

Kathrin und die Spontaneität.

Zwei Vokabeln, die eigentlich nicht zusammen passen und auch nicht zusammen finden. Eigentlich. Am Freitag Abend jedoch habe ich liebe Freunde gesprochen und durfte sie - spontan - zu einem Auszeit-Wochenende in die Pfalz begleiten. Keine 12 Stunden nach der Entscheidung saß ich schon im Zug. Ich habe niemanden um Erlaubnis gefragt. Ich wollte das! Ich wollte weg, ich wollte meine Freunde endlich wieder sehen, Zeit mit ihnen verbringen.

Wundervolle Grenzerfahrung.

Über meine Freundin habe ich an anderer Stelle schon geschrieben. Sie ist sehr krank. Ihrer Überlebensprognose hat sie längst die Zunge rausgestreckt. Ich bin ihr und ihrem Mann das erste Mal seit der Diagnose begegnet. Ich war aufgeregt, wollte da sein für sie, aber nicht aufdringlich, Erzählungen aus meinem Leben mitbringen und die ihren hören, ich wollte sie jedoch nicht überrollen und wusste nicht, wieviel ich selbst verkraften kann. Es dauerte keine Sekunde, da waren alle meine Bedenken weggewischt. Meine Freunde haben sie weggewischt. Einfach durch ihr Wesen, durch ihren Umgang mit mir, mit sich selbst und miteinander. Eine wundervolle Grenzerfahrung eben.

Leben ist wertvoll.

Ich habe ganz viel Leben gespürt an diesem Wochenende, auch während der Schmerzattacke und mit all' den körperlichen Einschränkungen, die deutlich vorhanden sind. Schon sehr lange nicht mehr durfte ich so eine Wärme empfinden, so herzlich ehrlich und so viel lachen. Schöne, ernsthafte, intensive, bleibende Momente. Ich bin dankbar für ein geschenktes Wochenende voller Zeit und Ruhe und guter Gespräche. Für ein Wochenende ohne eigene Ängste, für Stunden des Zuhörens und Gehörtwerdens und des Dabeiseindürfens. Mit dieser Dankbarkeit und Demut angesichts der unvorstellbaren Kraft und Lebensenergie meiner Freundin und meines Freundes gehe ich in die neue Woche. Danke.

Nachtrag: Am 18. März 2018 ist Kirsten gestorben.

Sonntag, 28. Januar 2018

Fehltritt oder Rückfall: Änderungsmotivation

Verzwicktes Leben. Halt mich!

 
Warum der post "Fehltritt oder Rückfall: Suchtverhalten" zu besorgten Rückmeldungen führt und was ich darauf antworten möchte.

Bitte um Verständnis. Ein Appell.

Kein Kinderbild.
Seit ich mich mit meinem Suchtverhalten auseinander setze und bei Recherchen auf die Unterscheidung von öffentlicher Fassadenpersönlichkeit und heimlicher Suchtpersönlichkeit gestoßen bin, geht es mir besser. Heißt das doch, dass mein Kampf, mein Zerrissensein, tatsächlich im Prinzip der Sucht begründet ist. Beide Seiten sind echt, in beiden Persönlichkeiten steckt mein Ich-Mich. Ich bin nicht zu doof, um scheinbar einfache Dinge hinzubekommen. Ich kann mich "nicht mal eben disziplinieren und aufhören zu essen" oder "endlich mal normal essen", wie es mir gesagt wird. Ich bin selbst mein härtester Kritiker. Ich habe mir meine Krankheit nicht ausgesucht. Sie quält mich fürchterlich. Mein automatisiertes Verhalten zu ändern, ist unendlich mühsam. Darum dieser Appell, diese Bitte um Verständnis.

Änderungsmotivation. Ambivalenz.

Gleichzeitig bekommt meine Motivation, die beiden Persönlichkeiten einander anzunähern, Dämpfer durch das echte Leben.

Samstag, 2. Dezember 2017

Schlüsselsätze: Ein Überblick

Meine Schlüsselsätze.

Ich bin ein Schreiberling. In den letzten beinahe vier Jahren intensiver therapeutischer Erfahrungen sammelte ich meine Notizen in vier dicken Leitz-Ordnern. Was mache ich heute damit?

Ich finde die Perlen! 

Jetzt stecke ich fest in meiner Symptomatik und wühle mich durch meine Unterlagen mit dem Ziel, mir selbst Mut zu machen durch den Blick auf alte Hürden und deren erfolgreiche Überwindung. Dabei entdecke ich wahre Schätze, echte Perlen, Schlüsselsätze meiner Therapien.

Dienstag, 29. August 2017

Vernetzung!

Gefühle und Bedürfnisse mit Anderen teilen.

Ich habe eine Weile darauf herum gekaut: Was mache ich mit dem Themenfeld Beziehung-Freundschaft-Umfeld?

Es soll hier um Freundschaft gehen (gem. Duden "ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet"), wobei ich dem Punkt Vertrauen besondere Aufmerksamkeit widmen möchte.

Ebenso tendierte ich zur Bezeichnung Soziale Netzwerke (gem. Wikipdia "eine Beschreibung sozialer Interaktionen beliebigen Typs", wobei "ressourcenreiche Netzwerke mit einer hohen „supportiven Valenz“ Sicherheit und Gesundheit fördern"), doch hier stelle ich bei mir selbst eine sofortige Assoziation mit der digitalen Welt fest. Dies wäre mir zu eingeschränkt.

Bei meinen Recherchen stieß ich bei Wikipedia auf eine Definition von Vernetzung, die mir sehr gefällt: "Vernetzung ist ein Begriff aus der Systemtheorie. Ein System besteht aus einzelnen Teilen, die durch Ursache-Wirkungs-Beziehungen und allgemeine und besondere Systemeigenschaften miteinander vielfältig verknüpft sind. Bildhaft spricht man daher von einem Beziehungsnetz." 

Genau, hier soll es um Beziehungsnetze gehen!

Essgestörte Menschen leben so isoliert: Zum einen wollen sie sich ihrem Umfeld nicht zumuten, zum anderen lässt sich ihr Lebensrhythmus of nicht mit dem gängigen, allgemein gültigen Format anderer vereinbaren. Die Fixierung aufs Essen oder Nicht-Essen sowie ständiges Verstecken, Lügen und Ausredenerfinden greift massiv in Beziehungen ein, macht diese sogar fast unmöglich.

Hier soll es also um Beziehungsnetze gehen: Um Paar-Beziehungen, um Eltern-Kind-Beziehungen, um die Beziehung zur Ursprungsfamilie, um Freundschaften, um die Beziehung zu Gott oder einer anderen spirituellen Kraft. Ich bin überzeugt, dass Beziehungsnetze ganz schön viel aushalten können. Dass sie uns tragen können. Dass wir sie brauchen. Dass wir sie aber auch pflegen müssen. Dafür braucht es wiederum Mut, Vertrauen zu schenken und Offenheit zu lernen.
Und es soll um Mittel und Wege gehen, wie diese Beziehungen vielleicht und hoffentlich belebt werden können. 

Letzte Aktualisierung: Sonntag, 14.04.2019

Zeit für eine Pause

Umbrüche. Abschiede. Ich ziehe mich zurück, der Blog macht Pause. Gründe dafür gibt es viele, der Wichtigste: Mit dem Essen komme ich zurech...