Ich. Bin. Essgestört. Suchtkrank. Ess-Brech-Sucht-krank, besser: Fress-Brech-Sucht-krank. Aber: Ich bin noch da, noch hier, wieder lebendig, lebensfroh, lebensfreudig. Wie geht das? Ich habe mich vom Fressen befreit, bin jetzt: fressbefreit. Fast. Und lebe!
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Mittwoch, 25. März 2020
Essgestört. Gefangen mit Corona.
Für alle die, die genauso kämpfen wie ich.
Nach einem für mich persönlich schwierigen Herbst und Winter ("Sie sind chronisch krank") und dem Aufrappeln ("Wochenend-Alltag auf Bulimisch") mit viel Willenskraft zu Beginn des frischen Jahres, hat die Welt nun Corona, besser: COVID-19 - das Coronavirus SARS-CoV-2, fest im Griff. Ich bin dankbar, dass meine Familie und ich sowie meine Herzensmenschen gesund sind, und ich bin außerdem ganz fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam diese Krise bewältigen werden. Allerdings begleiten mich Tag für Tag nicht nur die virusbedingt notwendigen Einschränkungen, sondern auch meine eigene Geschichte. Und die geht bekanntlich so:Kathrin. 45. Essgestört. Suchtkrank. Depressiv. Das bin ich.
Bulimisch-anorektisch seit 30 Jahren, endlich gesund-werdend. Dabei viel gelernt, bereit zu teilen: Wer mag, geht mit!
Samstag, 4. Januar 2020
"Sie sind chronisch krank."
Ein kurzer Abriss, was das für mich bedeutet, und wie es sich anfühlt, so ins neue Jahr zu gehen. Vielleicht ein Rückblick und Ausblick...
Leider wahr.
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| Chronisch links... |
Wie komme ich drauf?
Meine tolle Ernährungsberaterin sagte diese Titelworte vor ein paar Tagen zu mir, als ich traurig, beinahe erschüttert, feststellte, dass wir wiederholt Strategien und Vorgehensweisen besprechen müssen, weil diese immer noch nicht in meinem Innen verankert sind, so scheint es. Ich schäme mich so sehr dafür: Wieder und wieder thematisieren wir Portionsgrößen, Bestandteile einer Mahlzeit, die Wirkung von Eiweiß und Fetten, die Bedeutung von Kohlenhydraten, die Merkmale von Appetit und Hunger, den Umgang damit. Wieder beichte ich meine Fressanfälle und das Erbrechen. Ich habe es nicht geschafft, beides über die Feiertage auszulassen.Was mache ich draus?
Meine tolle Ernährungsberaterin richtet mich wieder aus auf meine Ziele,![]() |
| ...und chronisch rechts. |
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Sonntag, 28. Oktober 2018
Schallgrenze
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| Ich.* |
Diagnose: Adipöse Depression.
Mein Versuch, so normal zu leben wie mein Umfeld - gescheitert. Einfach laufen lassen - funktioniert nicht. Dabei wünsche ich mir nichts mehr, als ohne Gedanken an Essen und Figur den Tag zu verbringen. Statt dessen sehne ich schon morgens den Abend herbei und immer so weiter, verfluche jede Mahlzeit, alle Freude geht verloren. Es grüßt die Depression. Die Diagnose lautet: Adipositas. Schwarz auf weiß. Von der Ärztin bestätigt.*
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Donnerstag, 11. Oktober 2018
Zwischenruf
Grenzüberschreitung!
Mit meinem jüngsten Sohn und seinem Freund, beide fast 11 Jahre alt und ca. 140 cm groß, unterwegs in der Stadt. Folgendes ist passiert:
Einmischung. Wertung.
Wir befinden uns in einer Buchhandlung. Die Jungs stöbern bei den Comics und ich bei den reduzierten Mängelexemplaren. Das mache ich gerne, finde ich doch immer irgendein Schnäppchen. Ich halte ein Buch mit dem Titel "Abnehmen, ganz ohne Sport" in den Händen und blättere lose von einer zur nächsten Seite.Erklingt von der Seite eine Stimme: "Ich kann Ihnen sagen, wie Sie ganz einfach ohne Sport abnehmen werden." Ich scanne mein Gegenüber: Älterer Herr, hager, über 70, schätze ich, im Sessel am Fenster sitzend. Ich, stehend, schaue auf ihn herab - doch das wird mir erst später klar. Zunächst fühle ich mich nämlich wie eine ertappte Schülerin und sehr, sehr klein. Ich sage nichts.
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Sonntag, 7. Oktober 2018
Fester Vorsatz
Ab Montag, aber ganz bestimmt ab Montag!
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| Mein Selbstbelüge. |
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Sonntag, 30. September 2018
Verflixte Intuition
Die Sache mit dem Essen-Lernen.
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| Aberklardoch! |
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Sonntag, 23. September 2018
Neustart
Zurück auf Anfang
Neustart oder 'zurück auf Anfang'? Die Ferien sind vorüber, das schöne Wetter auch. Ich atme dankbar die regenreiche Luft. Die langen Monate der Hitze haben mich angestrengt: Zu viel Sonne, zu viele kurze Röcke und scheuernde Oberschenkel, zu viel Eis und Aperol Spritz, insgesamt zu viel zu tun. Ich starte neu, auch, indem ich zurück auf Anfang gehe.![]() |
| Überwältigungen. |
Ich höre auf meine innere Stimme.
Diese meldet sich durchaus. Und ganz häufig übergehe ich die Signale, weil ich sie nicht wahrnehmen will. Ich scheue nämlich die Auseinandersetzung, das weiß ich inzwischen. Lieber mag ich Harmonie - selbst wenn sie aufgesetzt oder herbei gelogen ist. Aber: Damit ist Schluss, ich will meine innere Stimme zumindest wahrnehmen, die Signale bewerten, abwägen, um dann für mich selbst entscheiden und auch einstehen zu können.
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Mittwoch, 11. Juli 2018
Back to Reality
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| Grauen. Haft. |
Neulich bei der Schneiderin.
Warum mich ein kleiner Dialog aus der Fassung bringt und nachhaltig niederdrückt.
Die Situation.
Am Samstag brachte ich drei Hosen zur Änderungsschneiderei. Mein jüngster Sohn begleitete mich. Nachdem alle Hosen mit den jeweils richtigen Schuhen anprobiert und zum Kürzen markiert waren, füllte die Schneiderin den Abholschein aus - und musterte mich erneut eingehend. Ein Dialog ergab sich:Sie: "Haben Sie zugenommen?"
Ich: "Ja."
Sie: "Wieviel haben Sie zugenommen? Was ist passiert?"
Ich: "Ähm."
Sie: "Sie waren doch schon öfter bei mir. Aber, nein, sowas..."
Wir nehmen unsere Fahrradhelme und gehen, also, ich flüchte. Kaum vor der Tür, stellt mir mein Sohn folgende Frage:
Malte: "Warum fragt die dich, ob du zugnommen hast?"
Ich: "Naja, ein wenig stimmt das ja."
Malte: "Du machst drei mal in der Woche Sport. Hör' auf zu labern. Das sind Muskeln."
Mit seiner Wortwahl bin ich nicht ganz einverstanden, doch in der Sache ist Malte in diesem Moment das Beste, was mir passieren kann. Er ist sich der Hintergründe nicht bewusst; er sieht mich nur so, wie ich bin, und versteht das alles eigentlich nicht, weil er gar kein Problem mit meinem Aussehen hat. Aber, er spürt meine Betroffenheit und erkennt, dass für mich eine Grenze überschritten wurde. So eine triviale, unwichtige Situation wiegt für mich schwer. Malte hilft mir mit seiner offenen Ernsthaftigkeit durch den Moment.
Meine Reaktion.
Ich fühle mich eh' beschissen mit meiner Figur. Für mich stellt sich die folgende Frage: Wie gehe ich jetzt damit um, dass mir von Außen so geradeheraus bestätigt wird, was ich weiß und was mein größter Horror ist? Ich habe zugenommen. Und zwar so viel, dass es auffällt. Nicht nur mir, sondern fremden Personen, quasi der ganzen Welt. Zunehmen ist scheiße, bedeutet Versagen. So denke ich und das Außen auch. Ich fühle mich ertappt, darum trifft mich diese unbedachte Aussage wie ein Hammer mitten ins Herz. Schließlich weiß ich genau, wo die Kilos herkommen: Zu viel Alkohol, zu viel Kuchen und Schokolade, zu viel Brot mit Butter und Käse. Ohne Kotzen bleibt alles im Körper und wandert als Fettrolle auf den Bauch. Total klar. Wenn es doch bloß einfacher wäre, dagegen anzugehen.Sofort denke ich über Lösungsmöglichkeiten nach:
- Reaktion: Nahrungsaufnahme einstellen.
Hm. Schaffe ich sowieso nicht. - Reaktion: Kotzen.
Blöde Idee. Schließlich habe ich mühsam mit dem Erbrechen aufgehört bzw. bin noch dabei. Aber es wäre so einfach, wieder anzufangen. Raus, raus, raus mit dem schlechten Essen. Allerdings: Dauerhaft wieder Fressen und Kotzen? Keine Option. Hallo, Logik, Verstand, wo seid ihr? - Reaktion: Totale Verzweiflung.
Wie schon am Mittwoch beim Sport, als der schwere Körper dem schnellen Kopf nicht hinterher kam und schnaufend fast zusammenbrach. Aber nur fast.
Und jetzt?
Heute kann ich die Hosen abholen, doch ich war noch nicht dort. Ich traue mich nicht hinein. Ich spüre, dass die Tränen wieder näher unter der Oberfläche sitzen. Um mich herum gestählte Mama-Körper und ICH schaffe es nicht mal, irgendein Gewicht zu halten...
Schade, eigentlich wollte ich über die Aussage schreiben: "Puh, ich bin noch
satt. Ich kann noch nicht wieder was essen." Eigentlich wollte ich stolz
sein auf mich. Nach dieser Begegnung mit der Realität fällt mir das wieder schwer.
Dennoch: Es ist früher Abend, später gehe ich zum Sport und will versuchen, bei mir zu bleiben. Ich habe ausgewogen gegessen, hoffe auf ausreichend gesunde Energie für den langen Lauf durch den Wald. Ich will mich innerlich stark machen und dran bleiben. Am Sport und am Essenlernen. Ohne Kotzen.
Ergänzung: Donnerstag, 12.07.2018
Über das Zunehmen habe ich schon einmal im gleichnamigen Post geschrieben. Ich erschrecke selbst, wieviel Raum dieses Thema einnimmt. Für mich ist es (leider) nach wie vor Quelle des Unglücks, ganz existentiell.
Ergänzung: Donnerstag, 11.10.2018
Im Zwischenruf erzähle ich von einer ähnlich grenzüberschreitenden Situation, über die ich mir im Nachgang noch viele Gedanken gemacht habe.
Dennoch: Es ist früher Abend, später gehe ich zum Sport und will versuchen, bei mir zu bleiben. Ich habe ausgewogen gegessen, hoffe auf ausreichend gesunde Energie für den langen Lauf durch den Wald. Ich will mich innerlich stark machen und dran bleiben. Am Sport und am Essenlernen. Ohne Kotzen.
Ergänzung: Donnerstag, 12.07.2018
Über das Zunehmen habe ich schon einmal im gleichnamigen Post geschrieben. Ich erschrecke selbst, wieviel Raum dieses Thema einnimmt. Für mich ist es (leider) nach wie vor Quelle des Unglücks, ganz existentiell.
Ergänzung: Donnerstag, 11.10.2018
Im Zwischenruf erzähle ich von einer ähnlich grenzüberschreitenden Situation, über die ich mir im Nachgang noch viele Gedanken gemacht habe.
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Sonntag, 17. Juni 2018
Nachtrag
Zum Zwanghaften. Eine Ergänzung.
Als ich meinen letzten Post "Ungeschönte Wahrheit. Ohne E wie Erbrechen." noch einmal lese, kommt mir ein Gedanke, den ich ergänzen möchte.
Einmal, vor langer Zeit, versuchte ich einem Menschen aus meinem nächsten Umfeld meine Zwänge zu erklären. Die Antwort: "Dann disziplinier' Dich halt!" Das fällt mir heute beim Lesen ein. Die Aussage hat damals eine Tür zugeknallt, die ich nun aufbrechen muss, da ich mich meinem Außen öffne. Inzwischen weiß ich, dass viele Menschen so denken.
Ich möchte dann erwidern: Ich bin ein sehr disziplinierter Mensch und meist sehr hart und unnachgiebig mit mir selbst. Mir selbst Fehler oder Unschärfen, Unsicherheiten zuzugestehen oder gar zu verzeihen, lerne ich erst. Mein Leben verlief geplant und strukturiert, ich bin selten ausgebrochen, sondern eine extrem disziplinierte Tochter, Schülerin, Frau, Studentin, Ehefrau, Mutter, Arbeitnehmerin mit hohen Ansprüchen und Standards bezogen auf meine eigene Leistung und Funktion.
Vielen betroffen Mädchen und Frauen, Jungen und Männern durfte ich auf meinem Weg schon begegnen, die ähnlich gestrickt sind wie ich: Der Hang zur Perfektion eint uns, von Disziplinlosigkeit sind wir weit entfernt, halte ich fest. Hier möchte ich pauschalieren.
Allerdings: Bei diesem einen Thema, dem Essen, hakt es. Da werden wir maßlos, werden von unseren Zwängen überrollt, wir können nicht anders. Keine Floskel, das ist so. Wir brechen aus in unterschiedliche Formen der Essstörung. Aber das ist keine fehlende Disziplin, sondern Machtlosigkeit. Letztere ist ein wesentliches Merkmal von Zwängen. Diese wiederum sind ein Merkmal von Suchterkrankungen, einfach und unwissenschaftlich gesprochen.
Ihr im Außen, Ihr dürft Euch das so vorstellen: Wir fahren im Auto mit schlechten Bremsen, die bedingt duch einen Wackelkontakt unzuverlässig und unvorhergesehen ausfallen oder funktionieren. Wir ahnen, dass ein Defekt vorhanden ist. Doch wir kümmern uns nicht, schließlich ist es bisher immer gut ausgegangen. Wir haben Angst, näher hinzuschauen, große Angst. Vielleicht müssen wir uns mit Werkstätten herum schlagen oder auf das Auto eine Weile verzichten. Undenkbar. Also setzen wir uns eben weiter der Gefahr aus.
Es ist unfassbar schwer, Zwänge zu durchbrechen und abzulegen. Das bedarf jahrelanger Auseinandersetzung, Übung, guter Therapeuten und großer Ausdauer. Und Disziplin. Die 'alte' Aussage von damals schmerzt noch immer, doch ich begreife heute auch, wie schwer es für das Außen ist, mich zu verstehen. Inzwischen kann ich bei mir eine Stärke und Kraft entdecken, die ich mir selbst nie zugetraut hätte. Darum bin ich schon so weit gekommen und habe einen großen Teil meines persönlichen Tales durchschritten. Das fühlt sich gut an. An alle: Nur Mut!
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Donnerstag, 14. Juni 2018
Fehltritt oder Rückfall: Ungeschönte...
...Wahrheit. Ohne E wie Erbrechen.
Für alle die, die nicht glauben wollen, dass es unmöglich sein kann, mit dem Essenverschlingen und Immerweiteressen aufzuhören. Für alle, die diese Fressanfälle so oder ähnlich auch kennen. Für alle die, die jeden Tag wieder aufs Neue versuchen, es besser zu machen. Nur Mut!
Fakten. Fakten. Fakten.
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| Fresszettel. |
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Montag, 23. April 2018
Überraschungsgrausen
Wunderbarer Horror.
Herzliches Willkommen. Schockschwere Not. Schnappatmung - Alarm! Blinkende Verbotsliste. Liebevollster Empfang. Mein großgewordener, ältester Sohn. Das Kümmern aushalten. Die Liebe annehmen, egal wie. Mitmachen. Mein Kind retten. Mich retten.
Überraschungen...
... sind nicht so meins. Ich bin abhängig von entsprechender Vorbereitung. Insbesondere wenn es ums Essen geht (3 geplante Mahlzeiten zu festen Uhrzeiten) oder ums Wiegen (immer dienstags und freitags) oder um Sport (montags und mittwochs und manchmal samstags) oder oder oder. Ich funktioniere nur mit Standards, die ich einhalten muss. Sonst wird die Nahrungsaufnahme ruckzuck zur Gefahr, der Bedarf zu groß, reißen meine Halteseile. Natürlich bin ich im Laufe meiner Therapie-Jahre durchaus geübter geworden im Umgang mit Planänderungen, nach wie vor sind sie jedoch eine große Herausforderung für mich.
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Freitag, 30. März 2018
Auf dem (Frauenkreuz)Weg
Mitgestalten und Abladen
Wie mich Zufälle und Fügungen den Evangelischen Frauen in Württemberg nahe bringen und worin es (zunächst) mündet.
Abschied.
Die letzten beiden Wochen waren in meinen Gedanken und Gefühlen völlig überdeckt vom Tod meiner Freundin Kirsten. Dieser Verlust erscheint so ungerecht und fürchterlich, dass mir die Worte fehlen. Wie kann mein Herz nur derart unvorbereitet sein, obwohl der Verstand im Vorfeld Zeit genug fürs Begreifen hatte? Alles in mir wehrt sich gegen das Verstehen!Entwicklung.
Letzten Sommer hatte ich ein Seminar besucht, dort Zeit zum inspirierenden Gespräch zwischen den Schulungsblöcken gefunden, Ideen gesponnen: Ich wollte mitmachen beim ökumenischen Frauenkreuzweg in Stuttgart. Ich war auf einen Zug aufgesprungen, der nun für mich viel zu schnell fuhr. Auf einmal werde ich gebeten zu liefern, muss mich nackig machen vor der Öffentlichkeit, bekomme Angst vor meinem eigenen (Über-)Mut.Auf dem Frauenkreuzweg, auf dem Weg.
Und jetzt ist es wieder soweit, es wird Ostern. Völlig verdrängt, passt das Fest plötzlich zu mir und zu meiner Stimmung. Denn zunächst ist heute Karfreitag. Ich begebe mich also auf meinen ersten Frauenkreuzweg. Jesus ist am Kreuz gestorben, auch für mich. Auch für mich? Gar nicht so sattelfest im Glauben, habe ich viele Fragen. Ich fühle mich getragen von den Frauen und Männern um mich herum, von der Musik, so dass ich mich trauen kann, vorzutragen, was ich zu sagen habe. Hinterher.
Ich komme nach Hause, brauche zuvor den Cappuccino im Café und die Fahrt in der U-Bahn zum Sammeln und Nachdenken. Zwei Stunden zuhörend und schweigend Unterwegssein durch die Stadt mit Ziel und Abschluss in der Hospitalkirche hinterlassen Eindruck. Ich fühle mich sortierter, ruhiger. Ich glaube, ich habe eine ganze Menge Ballast in der Hospitalkirche gelassen. Mir kommen die Tränen, so Vieles ist abzuladen. Es ist nicht alles gut. Doch es wird Ostern, auch für mich.
Ort:
Marktplatz/Ecke Schulstraße
Mein Vortragstext zum Nachlesen: Station 3, Essstörungen.
„Mama, toll, Du hast
wieder Nutella gekauft!!“
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Donnerstag, 22. Februar 2018
Zufrieden sein wie Pumuckl
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| Weitsicht. |
Den Tag nochmal gedreht. Gerade so.
Meine Gedanken fahren Karrussell, der Kopf ist leer, zufrieden sein ist schwer. Und was sich reimt, ist gut. Sagt Pumuckl. Der Tag ist mir entglitten, aber ich habe ihn gerade gebogen.
Der Kobold mit dem roten Haar.
"Hurra, hurra, der Pumuckl ist da. Schwupp, schon ist die Feile weg - wer hat sie wohl weg versteckt? Hurra, hurra, der Pumuckl ist da!" Meister Eder und sein Pumuckl sind Figuren meiner Kindheit und ich wollte immer der Pumuckl sein: frech, wortgewandt, verrückt, ärgernd, witzig und innig verbunden mit seinem Meister Eder. Ja, der Pumuckl, der konnte sich unsichtbar machen, welch' wunderbare Gabe! Der Meister baute ihm ein Bett und eine Schaukel, er rieb sich an und kümmerte sich um ihn. Pumuckl war sehr zufrieden.
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Sonntag, 11. Februar 2018
Buchtipp aus der Welt des Zen
Back to the basics
Ein Buch verändert - vielleicht und hoffentlich und möglicherweise - meine Sicht auf das Essen. Warum der Weg doch noch weiter geht.Auf der Wanderung.
In den Religionen, die mir begegnen, spielt das Essen, insbesondere das Brechen des Brotes beim Abendmahl oder der Ramadan mit anschließendem Fastenbrechen, aber auch Spezialitäten wie bspw. Matze oder Reisbrei, Kartoffelsalat mit Würstchen oder freitags Fisch statt Fleisch, eine große Rolle. Während meines mehrmonatigen Aufenthaltes in Atlanta/USA durfte ich an einem Chanukka-Fest teilnehmen. Das empfand ich als große Ehre. Auch mein 1. heimliches Abendmahl als evangelischer Gast in einer erz-katholischen Kirche war toll. Stets ist Essen wichtig, dafür danken wir im Gebet. Viel zu viele Menschen auf unserer Erde müssen hungern. Mein inneres Ich-Mich kann diese tiefe Bedeutung des Essens einfach nicht erfassen. Diese Ehre nicht wertschätzen. Den Segen der vollendeten Versorgung nicht als Glück empfinden. Doch neugierig lese ich viel und bin sogar im Geolino meiner Kinder darüber gestolpert. Und jetzt in einer Bahnhofsbuchhandlung:"Einfach Essen" von Thich Nhat Hanh.
Ein kleines Büchlein im A5-Format. Meine Freundin animierte mich, die Augen offen zu halten nach einem buddhistischen Zen-Meister: Thich Nhat Hanh. Und schon auf dem Rückweg von meinem inspirierenden Wochenende in der Pfalz bin ich ihm in der Bahnhofsbuchhandlung begegnet. Welche Fügung! In Auszügen: "Die Küche wird zu einem Ort meditativer Praxis." "Wenn Sie ein Stück Brot achtsam kauen, ohne zu denken, erkennen Sie sehr genau, was dieses Stück Brot enthält. Und darum sind Sie wahrhaft verbunden mit dem ganzen Leben (...)." "Essen ist eine Übung. Diese Übung sollte für uns, unseren Körper und unseren Geist nährend sein. (...) Von daher sollten Sie aufmerksam sein und die Absicht haben, wann immer Sie essen, in Freiheit zu essen." "Essen sollte Freude machen." "Für Familien ist es wunderschön, das Glück zu erleben, das durch das gemeinsame achtsame Essen entsteht."Mein Fazit.
Ich will es versuchen. Das Büchlein ist so einfach geschrieben und enthält neben den klaren Sätzen zum Essen und zur Zubereitung desselben auch kleinere Meditationsübungen. Also will ich versuchen, diese vielfältigen Aspekte des Essens zu betrachten. Vielleicht gelingt es mir - nicht ganz oder gar nicht, sondern sozusagen häppchenweise. Erstmals back to the basics, vielleicht (auch) mithilfe der Magie des Zen-Buddhismus?
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Donnerstag, 1. Februar 2018
Witzgefühle
Zum Totlachen. Aber kein Witz.
Warum ein Blick ins Badezimmer mein Fass zum Überlaufen bringt.
Kalt wie Stein wie tot.
Heute musste ich erneut lernen, wie schwer es ist, mit Kritik umzugehen. Dabei![]() |
| Impuls-Werbung. Werbe-Impuls. |
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Dienstag, 9. Januar 2018
Andere Blickweise
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| Bankgeheimnis anders. |
Mensch, bin ich empfindlich.
Warum mich ein Seminarbesuch am Wochenende nicht nur bereichert, sondern auch erschüttert.
Der Hospitalhof in Stuttgart...
...ist für mich ein wunderbarer Ort. Ich mochte die Gegend schon immer, doch nach dem vorsichtigen Umbau vor einigen Jahren ist das Hospitalviertel noch schöner, noch offener, noch einladender geworden. Insbesondere der Raum um und in der Hospitalkirche bzw. dem Hospitalhof gefällt mir sehr. Es gibt Vieles auf den 2. Blick zu entdecken. Ich komme dort zur Ruhe.Von der Familie befreit...
...habe ich ein Feldenkrais-Seminar besucht, zwei Tage nur für mich, zwei Tage etwas Neues kennen lernen.
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Montag, 1. Januar 2018
Gnadenlos ehrlich
Noch ein Strafzettel - E.
Und ich habe es wieder getan. Besser: Wieder nicht geschafft. Was ist passiert?Nichts für empfindsame Seelen, ich bin gnadenlos ehrlich. Bitte gut überlegen vor dem Weiterlesen. Auf eigene Gefahr sozusagen.
Situationsbeschreibung: Wie alles begann.
Ich will einfach nur meine Ruhe haben. Ich will, dass sie mich alle in Ruhe lassen. So. Punkt. Darum lasse ich sie - erstmals - den Silvester-Film alleine gucken. Endlich auf meinem Sofa, quasi unterm beleuchteten Weihnachtsbaum, bei meinem Buch angekommen, will ich mir nur ein Plätzchen zum Genießen gönnen. Ich habe es schon oft geschafft: Erst 1, dann 2, dann 3 und Schluss. Damit kann ich gut leben. Nicht so dieses Mal. Es sind nur noch 6 Plätzchen übrig, die ich alle essen muss. Viel zu schnell, das einzelne leckere Plätzchen geht in der Hektik verloren. So wie ich. Leider war das Abendessen reichhaltig (Blätterteig-Tasche mit Gemüse-Käsefüllung, davor Kürbissuppe), spontan denke ich ans Klo. Automatisch überlege ich: Wieviel habe ich getrunken? Intuitiv weiß ich, es war wenig. Vermutlich genau die richtige Menge für perfekt einfaches Erbrechen.
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Freitag, 29. Dezember 2017
Körperliche Symptome
Neue Reaktion. Ein neues Muster?
Gestern abend kam es zu einem massiven Streit. Ich bin fürchterlich betroffen und mitgenommen, obwohl ich gar nicht Mittelpunkt der Auseinandersetzung war. Aber:
Mein Körper reagiert anders.
Mir ist übel, ich bin trotz des Durcheinanders in meinem Kopf eingeschlafen und einigermaßen ausgeruht aufgewacht, das Gedankenkarussel dreht sich erst jetzt wieder und hat mich heute Nacht in Ruhe gelassen. Neu ist: Ich verspüre keinen Fressdruck (ja, dafür gibt es einfach kein netteres Wort), die Übelkeit lässt mich gar nicht an Essen denken. Eher liegt mir die Stimmung wie ein Stein im Magen. Ich bin todtraurig, weil die Situation ungeklärt ist und mich natürlich auch betrifft. Ich verbuche meine neue körperliche Reaktion als Zeichen, dass ich meinen Körper etwas besser verstehe, dass ich nicht sofort essen muss, sondern - so fühlt es sich an - diesen Schritt überspringen und einen anderen Umgang finden könnte. Zu viel Kauderwelsch?19:00 Uhr, Nachtrag am Ende vom Tag.
Ich bin DOCH Mittelpunkt der Auseinandersetzung, ich war nur zu blöd es zu verstehen. Mir ist der Appetit vergangen. Auch das ist ein ziemlich neues Empfinden für mich. Ich habe krampfhaft an meiner Tagesstruktur mit geregelten Mahlzeiten festgehalten, für entsprechende Energie gesorgt - auch ohne Appetit. Ziemlich lustlos habe ich außerdem irgendwann 7 (!) übrig gebliebene Weihnachtskekse gegessen. Geschmeckt haben sie zwar nicht, aber irgendwie musste das sein und mehr wurden es nicht, obwohl es Möglichkeiten gegeben hätte. Vermutlich ist in all' dem Schrecklichen mein Umgang mit dem Essen gar nicht so schlecht. Es könnte schlimmer sein.
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Donnerstag, 28. Dezember 2017
Zwischenbilanz
Noch kein Jahresabschluss, aber fast.
Die Weihnachtstage sind geschafft, Zeit für eine kurze Zwischenbilanz.
Drangeblieben. Ziele teilweise erreicht.
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| Weihnachtstagebuch |
Weihnachten war schön!
Obwohl das Essen wieder so im Fokus meiner Aufmerksamkeit steht und stehen muss, habe ich schöne Weihnachtstage erlebt. Ich konnte mich entspannen, mit den Kindern und der Familie, mit Besuch und Freunden lachen und lustig sein, mich an so Vielem freuen. Dafür bin ich dankbar! Dieses Erleben ist ganz, ganz echt, glaube ich, es kommt tief aus mir heraus. Ich hatte auch den Mut, ehrlich zu gestehen, wie es mir geht, und kurz in mich hinein schauen zu lassen. Kleine Schritte sind also möglich. Ich wünsche mir mehr davon.
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Sonntag, 24. Dezember 2017
Schlüsselsätze: Standards einhalten
Ins Tun kommen: Regeln befolgen, Standards einhalten, einfach nur ins Tun kommen!
Darüber habe ich schon geschrieben - im Hinblick auf die körperliche Aktivierung. Natürlich gilt dieser Schlüsselsatz insbesondere auch für den Umgang mit dem Essen, täglich, bei jeder Mahlzeit, in jeder Essens-Situation.Ins Tun kommen...
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| Verführung im Büro. |
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