Posts mit dem Label Isolation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Isolation werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 1. Mai 2020

Maskiert in die Psychiatrie

Wenn's nicht bitter wär', wär's komisch.


Warum die Masken mir gelegen kommen. Natürlich nicht. Aber eigentlich doch. Ganz persönliche Gedanken zur Corona-Zeit. Formuliert aus Sicht der Psychiatrie-Patientin.
Verloren.
Mir fällt beim Betrachten des Fotos auf, dass ich dringend zum Friseur muss. Selbstgeschnitten ging eine Weile gut, jetzt nicht mehr. Es reicht. Vieles reicht. Covid-19 reicht: Seit 7 Wochen gefangen mit Corona. In mir regt sich Ungehorsam, der Widerstand gegen Auflagen und Regeln. Mir fehlt so Vieles. Ich will nichts bagatellisieren und niemandem schaden. Aber ich will das Leben zurück, das ich mir so mühsam erkämpft habe. Und ich will die Nähe zurück, die Nähe zu meinen Freunden, zum Außen, ich will meine Nachbarsmädchen trösten und selbst auch in den Arm genommen werden. Doch der Reihe nach.

Donnerstag, 30. Mai 2019

Echt jetzt!

Raus aus dem Versteckmich-Modus


Nach meinem Beitrag beim Ökumenischen Frauenkreuzweg 2018 bin ich in Kontakt geblieben mit den Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW). Nun habe ich es getan: 

Ich habe meine Krankheit öffentlich gemacht, echt jetzt!

Auslöser war der Vortrag von Kera Rachel Deiss, den ich in einem Beitrag kommentierte. Meine Meldung war und ist mir so wichtig, dass ich die EFW fragte, ob sie einen Hinweis darauf in ihrem Blog platzieren könnten. Dankbar bin ich, dass sie meiner Bitte folgten. Und nicht nur das, es entwickelte sich die Idee, ein Interview mit mir zu führen und mehr Frauen an meiner Geschichte teilhaben zu lassen. Mirjam Hübner stellte mir ihre Fragen per eMail, ich nahm mir viel Zeit für die Antworten. Schließlich musste ich für mich klären, welches Maß an Intimität passt - nicht zu viel, nicht zu wenig, auf jeden Fall authentisch wollte ich sein. Und ehrlich, nicht beschönigend. Ich glaube, das ist mir gelungen - was mich selbst betrifft. Wer mag, der lese im EFW-Blog das "Gespräch mit unserer Gastautorin Kathrin Fechner – zu ihrer persönlichen Gesundheitsbiografie, dem Umgang mit Krisen und der Liebe zum Leben." Nun bin ich aufgeregt und gespannt, welche Reaktionen ich wohl bekommen werde...

Mittwoch, 10. April 2019

Glücklich sein

Vortrag von Kera Deiss – Ein persönlicher Appell zur kritischen Reflexion


Große Freiheit?
Ich erlebe einen lebendigen Vortrag, durchaus authentisch. Warum mir eine umfängliche Aufklärung so wichtig ist und ich den Vortrag nicht unkommentiert stehen lassen kann. Warum ich diesen persönlichen Appell zur kritischen Betrachtung des Gezeigten und Gehörten anschließe. Bitte weiter lesen! Bitte weiter sagen!


 „Glücklich ist das neue Schön, Hungern war gestern. Ein (Ex-)Model erzählt.“ am 2. April 2019 im Hospitalhof Stuttgart

Samstag, 16. Februar 2019

Leider keine...

... Success Story!

Warum eine Blogpause für mich notwendig ist.

Eigentlich ...

... sollte dieser Blog meine persönliche Erfolgsgeschichte begleiten, auch dokumentieren, und mich in gewisser Weise in Krisenzeiten an mein Ziel erinnern. Jetzt ist die Sache mit dem Ziel und mit dem Durchhalten ja gar nicht so einfach, siehe mein letzter post "Hausaufgabe: Zielvereinbarung". Das war mir immer klar, doch dass ich so abstürzen, so würde kämpfen müssen, damit habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich dachte, ich sei stabiler und stärker und schon viel, viel weiter.

Sonntag, 6. Januar 2019

Beichte

Viel (zu viel) E zu W.

Feuerstoß.

Advent, Weihnachten, Neujahr, Weihnachtsferien, Urlaub, Besuche, Verwandtschaft und Freunde, Lachen und Weinen, Essen, Kochen, Backen, Einkaufen, Fressen und Kotzen, Geschenke, Freudestrahlen. Alles wie immer. Alles anders. Irgendwie neu. Eine Situationsbeschreibung. Ein Tatsachenbericht, schonungslos.

Sonntag, 2. Dezember 2018

Input vom Außen

Impuls-Moment.

Nicht vom Innen


Es geht mir nicht gut. Vom Innen kommt nichts, nur leere Wünsche. Ich stecke fest im Gedankenkarussell. Doch ich weiß: Den schwersten Schritt bin ich gegangen, jetzt muss ich dran bleiben an der Umsetzung, Wissen sammeln, Fakten schaffen. Ich stelle mir kleine, sehr konkrete Aufgaben, die ich abwickeln muss. Und ich lese wieder ab und zu, kann mich manchmal auf kurze Texte konzentrieren. Ich sammle sozusagen Inspirationen vom Außen. In loser Reihenfolge.

Sonntag, 4. November 2018

Lichtblicke

Das Gute wahrnehmen.
Perspektiven.


Mir geht es gar nicht gut. Meine Fingernägel sind abgekaut, ich schlafe schlecht und viel, Anziehen und Zurechtmachen für den Tag fällt mir sehr schwer, am liebsten würde ich mich im Bett verstecken. Meine Familie leidet aus vielerlei Gründen. Die Dinge potenzieren sich. Und trotzdem finde ich Lichtblicke, die ich teilen möchte.

Samstag, 4. August 2018

Mein roter Faden

Status Quo: Schrei nach einer Konklusion!


Mein letzter Beitrag ruft - von mir erneut gelesen - nach einer Ergänzung. Entstanden heute morgen um 8 beim Joggen.

Status Quo: Re-read.

Manchmal stolpere ich über meine eigenen Worte und über den Inhalt meiner Texte. Manches wiederholt sich; vieles beschämt mich; oftmals spüre ich Selbstmitleid, was ich mit mir und meinem Ich so gar nicht vereinbaren kann und will. Eigentlich möchte ich Lösungen finden, nach vorne schauen, umsetzen, erschaffen, zufrieden stellen... Die Nächte sind derzeit unglaublich heiß, ich wache früh auf. Vor dem heutigen Morgenlauf blieb also Zeit für einen re-read meines letzten posts. Und während des Laufs erörtere ich in aller Ruhe und Monotonie die inhaltlichen Aspekte. Wieder klingt etwas nach und arbeitet in mir - und schreit nach einer Egänzung.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Du bist schön

Strahlen von innen.

Embrace


Der Film von Taryn Brumfitt beeindruckt mich nachhaltig. Eine Empfehlung. Du bist schön, wir sind schön.

Der Hintergrund.

Der Film erschien 2017. Er lief exakt 2 Tage im Stuttgarter Programmkino. Gerne hätte ich ihn schon letztes Jahr gesehen, doch da war ich noch nicht so weit: Eine Frau dokumentiert ihre Suche nach Antworten auf die Fragen, warum Frauen ihre Körper nicht nur nicht mögen, sondern sogar hassen. Warum Frauen so viel Zeit und Aufwand betreiben, ihre Körper zu formen und dabei oft Unmögliches zu erreichen versuchen. Warum sie so leiden, dass sie krank werden. Warum sie sich ständig vergleichen, anstatt bei sich zu bleiben.

Sonntag, 28. Januar 2018

Fehltritt oder Rückfall: Änderungsmotivation

Verzwicktes Leben. Halt mich!

 
Warum der post "Fehltritt oder Rückfall: Suchtverhalten" zu besorgten Rückmeldungen führt und was ich darauf antworten möchte.

Bitte um Verständnis. Ein Appell.

Kein Kinderbild.
Seit ich mich mit meinem Suchtverhalten auseinander setze und bei Recherchen auf die Unterscheidung von öffentlicher Fassadenpersönlichkeit und heimlicher Suchtpersönlichkeit gestoßen bin, geht es mir besser. Heißt das doch, dass mein Kampf, mein Zerrissensein, tatsächlich im Prinzip der Sucht begründet ist. Beide Seiten sind echt, in beiden Persönlichkeiten steckt mein Ich-Mich. Ich bin nicht zu doof, um scheinbar einfache Dinge hinzubekommen. Ich kann mich "nicht mal eben disziplinieren und aufhören zu essen" oder "endlich mal normal essen", wie es mir gesagt wird. Ich bin selbst mein härtester Kritiker. Ich habe mir meine Krankheit nicht ausgesucht. Sie quält mich fürchterlich. Mein automatisiertes Verhalten zu ändern, ist unendlich mühsam. Darum dieser Appell, diese Bitte um Verständnis.

Änderungsmotivation. Ambivalenz.

Gleichzeitig bekommt meine Motivation, die beiden Persönlichkeiten einander anzunähern, Dämpfer durch das echte Leben.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Die Tentakel der Magersucht

Körperlos Tränen essen


Die Tentakel der Magersucht greifen nach mir.

Edvard Munch: Der Schrei
Warum brauchen wir noch mehr? Warum sind Tränen nicht ausreichend? Ich habe aufgehört zu essen. Bin ich zu müde? Ist mir übel? Sind die elenden Kopfschmerzen der Grund? Etwas ist anders. Die Tentakel sind wieder da, die Tentakel der Magersucht greifen nach mir. Ich will sie abstreifen, aber ich schaffe es nicht. Will ich es wirklich? Janeinjanein. Dabei sehe ich doch genau was passiert. Mein Bauch ist flach, mein Kopf schmerzt. Seit Tagen habe ich fast nichts gegessen. Ich bin umschlungen und es ist kein schönes Gefühl. Trotzdem fühle ich mich leicht und stark, eine zutiefst herbeigesehnte Empfindung. Ich will schreien und bleibe doch still. Wer soll mich hören, wenn ich nicht Laut gebe bei denen, die mich lieben?

Am liebsten wäre ich körperlos. Meinen Körper los.

Ich verstehe ihn ja sowieso nicht: Kommen die Schmerzen im Unterleib von der Operation oder ist es der normale monatliche Verlauf? Bin ich wirklich müde oder stelle ich mich nur an? Habe ich schon abgenommen oder nicht? Die Hose schlackert zwar, aber im Spiegel bin ich rund wie stets. Habe ich nun Hunger oder was ist das? Der Appetit fehlt mir jedenfalls völlig, glaube ich zumindest. Wieviel einfacher wäre es doch, wenn mein Körper und ich nicht zusammengehörten.

Warum sind Tränen nicht ausreichend?

Ich stehe in der Küche und weine. Ich schaue in den Kühlschrank, zum Obst, zur Schokolade. Meine Söhne brauchen ein gutes Mittagessen. Aber ich bin wie gelähmt und weiß einfach nicht, wie es geht. Mir reichen meine Tränen, die nicht aufhören wollen zu laufen. Viel zu anstrengend, meine Gedanken zu sortieren, meine Arme und Hände zu steuern, Gemüse zu schneiden, Essensgerüche um mich zu haben. Was soll ich bloß tun. Ich hasse sie, die Tentakel, und heiße sie doch willkommen. Ich halte es kaum aus.
Die Angst schlägt zu und drückt mich nieder. Ich weiß nicht weiter.

Sonntag, 24. September 2017

Selbstverletzendes Verhalten

Gnadenlos ehrlich: So sieht's aus.

 

Nur eine Gewohnheit?

Ich erinnere mich, dass ich schon als Mädchen meine Fingernägel abgekaut habe. Meine Mutter schöpfte so ziemlich jede moderne Ablenkungsmethode aus, sogar übel schmeckenden Nagellack. In der Pubertät arbeitete ich mich eigenmotiviert daran ab, mit dieser Angewohnheit aufzuhören. Die Finger im Mund und hinterher blutende Nagelhaut fand ich selber hässlich. Die Außenwirkung wurde mir wichtig. Irgendwie habe ich es sogar geschafft, die Gewohnheit abzulegen, allerdings kam dann fast übergangslos die Bulimie.
Gekauft habe ich bestimmt 100 verschiedene sogenannte Produkte zur Hand- und Nagelpflege. Meine Finger begann ich zu schützen, manchmal sogar zu pflegen. Die Nagelhaut zupfe ich allerdings immer noch; mal mehr, mal weniger.

Warum ich niemals offene Schuhe anziehen kann.

Es gibt Zeiten, in denen ich sogar Ringe tragen kann. Aber niemals offene Schuhe, schöne Sandalen oder Flipflops. Denn: Meine Finger habe ich im Griff, aber meine Zehen sind völlig ramponiert. Ich habe so ausdauernd jeden einzelnen Zehennagel bearbeitet, d.h. abgezupft, eingerissen, abgeknibbelt, abgebissen, dass die Nägel nicht mehr nachwachsen und die Nagelhaut zerstört ist. Dies geschieht immer automatisch; ganz besonders im Sommer, wenn die Socken fehlen. Aber auch sonst. Fürchterlich peinlich. 

Wird die Not zu groß,...

... fühle ich mich wie ein Vulkan. Dann stehe ich kurz vor der Explosion, voller Energie weiß ich doch nichts mit mir anzufangen. Voller Bewegungsdrang, will ich nur aufs Sofa. Voller Sehnsucht nach Ansprache und Hilfe, ziehe ich mich zurück. Umgeben von Leben, will ich doch nur meine Ruhe haben. Voller Entsetzen sehe ich mir von außen zu, wie ich die Schokolade öffne. Oder den Wein. Ich schaue mir in den Kopf und lese meine Gedanken oder Sehnsüchte, ohne sie zu verstehen oder unterbrechen zu können. Reingrätschen klappt nicht immer. Dann will ich nur noch erbrechen, Schmerzen im Hals spüren, Blut schmecken. Aber ich erbreche ja nicht mehr. Was bleibt mir also? Mein Vulkan ist ja nach wie vor aktiv, mein Ich-Mich ist immer noch hin und wieder Matsche. Seit ich nicht mehr erbreche, nimmt das Knibbeln und Zupfen, das Abreißen und Kauen wieder massiv zu. 

Gnadenlos ehrlich zu sein,...

... habe ich mir ganz fest vorgenommen. Ich will mich selbst nicht mehr bescheißen. Ich will mir selbst vertrauen lernen. Also blicke ich auf meine Hände und Füße und stelle fest, dass ich mich weiterhin selbst verletze. Doch ich wage zu glauben und zu hoffen, dass diese abgeschwächte Form erstmal ok ist. Nicht schön, aber auf jeden Fall besser als das Erbrechen. Irgendetwas brodelt noch in mir, das ich noch aufdecken und womit ich umzugehen lernen muss. Damit ich vielleicht in diesem Leben doch nochmal Sandalen tragen kann.

Dienstag, 29. August 2017

Vernetzung!

Gefühle und Bedürfnisse mit Anderen teilen.

Ich habe eine Weile darauf herum gekaut: Was mache ich mit dem Themenfeld Beziehung-Freundschaft-Umfeld?

Es soll hier um Freundschaft gehen (gem. Duden "ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet"), wobei ich dem Punkt Vertrauen besondere Aufmerksamkeit widmen möchte.

Ebenso tendierte ich zur Bezeichnung Soziale Netzwerke (gem. Wikipdia "eine Beschreibung sozialer Interaktionen beliebigen Typs", wobei "ressourcenreiche Netzwerke mit einer hohen „supportiven Valenz“ Sicherheit und Gesundheit fördern"), doch hier stelle ich bei mir selbst eine sofortige Assoziation mit der digitalen Welt fest. Dies wäre mir zu eingeschränkt.

Bei meinen Recherchen stieß ich bei Wikipedia auf eine Definition von Vernetzung, die mir sehr gefällt: "Vernetzung ist ein Begriff aus der Systemtheorie. Ein System besteht aus einzelnen Teilen, die durch Ursache-Wirkungs-Beziehungen und allgemeine und besondere Systemeigenschaften miteinander vielfältig verknüpft sind. Bildhaft spricht man daher von einem Beziehungsnetz." 

Genau, hier soll es um Beziehungsnetze gehen!

Essgestörte Menschen leben so isoliert: Zum einen wollen sie sich ihrem Umfeld nicht zumuten, zum anderen lässt sich ihr Lebensrhythmus of nicht mit dem gängigen, allgemein gültigen Format anderer vereinbaren. Die Fixierung aufs Essen oder Nicht-Essen sowie ständiges Verstecken, Lügen und Ausredenerfinden greift massiv in Beziehungen ein, macht diese sogar fast unmöglich.

Hier soll es also um Beziehungsnetze gehen: Um Paar-Beziehungen, um Eltern-Kind-Beziehungen, um die Beziehung zur Ursprungsfamilie, um Freundschaften, um die Beziehung zu Gott oder einer anderen spirituellen Kraft. Ich bin überzeugt, dass Beziehungsnetze ganz schön viel aushalten können. Dass sie uns tragen können. Dass wir sie brauchen. Dass wir sie aber auch pflegen müssen. Dafür braucht es wiederum Mut, Vertrauen zu schenken und Offenheit zu lernen.
Und es soll um Mittel und Wege gehen, wie diese Beziehungen vielleicht und hoffentlich belebt werden können. 

Letzte Aktualisierung: Sonntag, 14.04.2019

Zeit für eine Pause

Umbrüche. Abschiede. Ich ziehe mich zurück, der Blog macht Pause. Gründe dafür gibt es viele, der Wichtigste: Mit dem Essen komme ich zurech...