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Donnerstag, 30. Mai 2019

Echt jetzt!

Raus aus dem Versteckmich-Modus


Nach meinem Beitrag beim Ökumenischen Frauenkreuzweg 2018 bin ich in Kontakt geblieben mit den Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW). Nun habe ich es getan: 

Ich habe meine Krankheit öffentlich gemacht, echt jetzt!

Auslöser war der Vortrag von Kera Rachel Deiss, den ich in einem Beitrag kommentierte. Meine Meldung war und ist mir so wichtig, dass ich die EFW fragte, ob sie einen Hinweis darauf in ihrem Blog platzieren könnten. Dankbar bin ich, dass sie meiner Bitte folgten. Und nicht nur das, es entwickelte sich die Idee, ein Interview mit mir zu führen und mehr Frauen an meiner Geschichte teilhaben zu lassen. Mirjam Hübner stellte mir ihre Fragen per eMail, ich nahm mir viel Zeit für die Antworten. Schließlich musste ich für mich klären, welches Maß an Intimität passt - nicht zu viel, nicht zu wenig, auf jeden Fall authentisch wollte ich sein. Und ehrlich, nicht beschönigend. Ich glaube, das ist mir gelungen - was mich selbst betrifft. Wer mag, der lese im EFW-Blog das "Gespräch mit unserer Gastautorin Kathrin Fechner – zu ihrer persönlichen Gesundheitsbiografie, dem Umgang mit Krisen und der Liebe zum Leben." Nun bin ich aufgeregt und gespannt, welche Reaktionen ich wohl bekommen werde...

Sonntag, 2. Dezember 2018

Input vom Außen

Impuls-Moment.

Nicht vom Innen


Es geht mir nicht gut. Vom Innen kommt nichts, nur leere Wünsche. Ich stecke fest im Gedankenkarussell. Doch ich weiß: Den schwersten Schritt bin ich gegangen, jetzt muss ich dran bleiben an der Umsetzung, Wissen sammeln, Fakten schaffen. Ich stelle mir kleine, sehr konkrete Aufgaben, die ich abwickeln muss. Und ich lese wieder ab und zu, kann mich manchmal auf kurze Texte konzentrieren. Ich sammle sozusagen Inspirationen vom Außen. In loser Reihenfolge.

Donnerstag, 9. August 2018

Frei gelegt

Fest verinnerlichte Glaubenssätze.


Angriff. Explosiv.
Als Schreiberling suche ich mir Worte, um selbst zu begreifen, den tieferen Sinn zu entdecken. So legen, in der Retrospektive notiert, meine persönlichen Lebensschritte einen roten Faden frei: Ich stehe vor der Rebellion, vor einer Gefühlsexplosion nach bedürfnis-toten Jahren. Wenn ich offen und ehrlich bin, weiß ich, wo ich ungehorsam werden möchte. 

Und jetzt?

Ätsch.

Rebellion konkret.


Wieder erfordert der voran gegangene post eine Ergänzung. Rebellion, was bedeutet das konkret? Es heißt für mich, in den Ungehorsam zu gehen, den Aufstand zu proben, ganz praktisch anders zu handeln als bisher. Möglichst, ohne andere dabei zu verletzen. Das allerdings ist unrealistisch.

Hier stehe ich nun.

Nach einer langen Phase der Verhaltensanalyse und Verhaltensänderung, die mein Leben gerettet hat, ist nun Raum, meine Gefühle und Bedürfnisse, meine Sehnsüchte und Wünsche zu entdecken. Meine eigenen. Aus mir selbst heraus. Ich habe sozusagen den Panzer abgeschlagen und stehe ziemlich nackig und verletzlich da, einige alte Brösel bedecken mich noch, die Schutzfunktion ist allerdings dahin. Ich wage Brüche: Konkret wechsle ich den Beruf und arbeite nach einer Pause niederschwellig, meine zahlreichen Ehrenämter gebe ich sukzessive auf. So verschaffe ich mir Zeit und Luft. Mein nächstes Umfeld sieht dem Prozess hilflos und verständnislos und wortlos und ängstlich zu. Wir funktionieren weiter, jeder für sich und nach außen den gesellschaftlichen Standards und Erwartungen entsprechend. Nur: Ich habe mich verändert. Trotzdem fresse ich noch, nehme weiter zu, erbreche von Zeit zu Zeit, betäube die Depression medikamentös. Einige Symptome begleiten mich nach wie vor.

Flieger.
Fazit: Ich habe einen Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr weiter komme. Mich selbst habe ich verändert, mein nächstes Umfeld wollte und will nicht mit oder ich ließ ein Mitgehen nicht zu. Freunde haben längst verstanden, was jetzt dran ist. Ich auch, doch meine zaghaften oder taktlosen Versuche scheitern. Beim Versuch, mir Klarheit zu verschaffen, lege ich nicht nur meinen roten Faden, sondern auch fest verinnerlichte Glaubenssätze frei. Dafür brauche ich überraschend viel Platz, so ergibt sich schon der nächste post. Dran bleiben!

Freitag, 16. Februar 2018

Allein zuhause

Sofa-Pause. Pausen-Sofa.

Ein Jubelruf.


Nicht 7 Wochen ohne, aber 4 Tage ohne. Ohne Mann und ohne Kinder. Alleine zuhause. Ohne Termine, ohne Arbeit. Was diese Auszeit für mich bedeutet.

Zum ersten Mal seit 14 Jahren...

... bin ich alleine. Nicht in der Klinik im Doppelzimmer, nicht zu einem Seminar im Hotel oder zur Auszeit in der Pfalz, sondern ganz alleine daheim. Nicht für 15 Minuten oder 2 Stunden, aber für 3 Nächte und 4 ganze Tage, für 72 Stunden und ein bisschen was. Ich liebe meine Familie, ich liebe meine Kinder und mein turbulentes Leben. Jedoch, die letzten Jahre haben mich platt gemacht. Sie bringen Seiten an mir zum Vorschein, die ich nicht mag. Diese Jahre zeigen mir, was ich alles kann - und was ich nicht mehr kann. Auch, was ich nicht mehr will. Sie haben mich verändert, erwachsen werden lassen und mich hart im Umgang mit mir selbst und mit anderen gemacht. Ich bin reifer geworden und vor allem viel gesünder. Trotz mancher Widrigkeiten bin ich dankbar für diese Zeiten und stolz, dass ich so lange durchgehalten habe.

Dienstag, 21. November 2017

Im Dialog: Eindrücke von Station M3b7

Wir haben etwas zu sagen!

Auch während meines letzten Aufenthaltes in der Klinik habe ich auf Station M3b7 wieder wundervolle Frauen getroffen. 

Einige von ihnen aus dem Esskonzept kommen hier zu Wort. Ich danke Euch sehr, dass ich Euch diese Fragen stellen durfte: Karin, Isabell, Mitpatientin I, Valentina, Mitpatientin S.. Ich beantworte die Fragen in Form einer kurzen Selbstauskunft

Von jeder von Euch habe ich gelernt und Impulse mitgenommen - Ihr seid so klug! So verschieden wir sind, so sehr können wir einander manches Mal verstehen. Wir müssen uns voneinander abgrenzen, um uns unterstützen zu können. Wir dürfen Hilfe suchen und diese annehmen. Und noch vieles andere mehr - all' das habt Ihr mir gezeigt.

Mein Dank gilt ebenso den vielen anderen wunderbaren Menschen auf Station. Die Gespräche mit Euch haben mich gestärkt und wirken noch nach. Ihr alle: Macht es gut, bleibt mutig auf dem Weg, obgleich dieser voller Löcher und Fallstricke sein kann. Alles, alles Gute!

Montag, 13. November 2017

In eigener Sache

Anwesenheitsnotiz

 

Zurück im echten Leben.

Auszug-Umzug-Einzug
Seit einigen Tagen bin ich wieder zuhause, tappe in alle Fallen, kenne die Abwehrstrategien und bin doch allzu kraftlos, die passende zu nutzen... Ich gestehe, ich bin über Schokolade und Gummibärchen, aber auch über Obst und Gemüse, hergefallen, dazu gab es einige Gläser Wein und Sekt. Meine Fingernägel sind abgekaut. Fassungslosigkeit macht sich in mir breit. Aber auch das Wissen, dass mit jedem Klinik-Auszug und Zuhause-Einzug zunächst der vergleichsweise tiefe Fall kommt. Zurück im echten Leben halt!

Dienstag, 29. August 2017

Vernetzung!

Gefühle und Bedürfnisse mit Anderen teilen.

Ich habe eine Weile darauf herum gekaut: Was mache ich mit dem Themenfeld Beziehung-Freundschaft-Umfeld?

Es soll hier um Freundschaft gehen (gem. Duden "ein auf gegenseitiger Zuneigung beruhendes Verhältnis von Menschen zueinander, das sich durch Sympathie und Vertrauen auszeichnet"), wobei ich dem Punkt Vertrauen besondere Aufmerksamkeit widmen möchte.

Ebenso tendierte ich zur Bezeichnung Soziale Netzwerke (gem. Wikipdia "eine Beschreibung sozialer Interaktionen beliebigen Typs", wobei "ressourcenreiche Netzwerke mit einer hohen „supportiven Valenz“ Sicherheit und Gesundheit fördern"), doch hier stelle ich bei mir selbst eine sofortige Assoziation mit der digitalen Welt fest. Dies wäre mir zu eingeschränkt.

Bei meinen Recherchen stieß ich bei Wikipedia auf eine Definition von Vernetzung, die mir sehr gefällt: "Vernetzung ist ein Begriff aus der Systemtheorie. Ein System besteht aus einzelnen Teilen, die durch Ursache-Wirkungs-Beziehungen und allgemeine und besondere Systemeigenschaften miteinander vielfältig verknüpft sind. Bildhaft spricht man daher von einem Beziehungsnetz." 

Genau, hier soll es um Beziehungsnetze gehen!

Essgestörte Menschen leben so isoliert: Zum einen wollen sie sich ihrem Umfeld nicht zumuten, zum anderen lässt sich ihr Lebensrhythmus of nicht mit dem gängigen, allgemein gültigen Format anderer vereinbaren. Die Fixierung aufs Essen oder Nicht-Essen sowie ständiges Verstecken, Lügen und Ausredenerfinden greift massiv in Beziehungen ein, macht diese sogar fast unmöglich.

Hier soll es also um Beziehungsnetze gehen: Um Paar-Beziehungen, um Eltern-Kind-Beziehungen, um die Beziehung zur Ursprungsfamilie, um Freundschaften, um die Beziehung zu Gott oder einer anderen spirituellen Kraft. Ich bin überzeugt, dass Beziehungsnetze ganz schön viel aushalten können. Dass sie uns tragen können. Dass wir sie brauchen. Dass wir sie aber auch pflegen müssen. Dafür braucht es wiederum Mut, Vertrauen zu schenken und Offenheit zu lernen.
Und es soll um Mittel und Wege gehen, wie diese Beziehungen vielleicht und hoffentlich belebt werden können. 

Letzte Aktualisierung: Sonntag, 14.04.2019

Zeit für eine Pause

Umbrüche. Abschiede. Ich ziehe mich zurück, der Blog macht Pause. Gründe dafür gibt es viele, der Wichtigste: Mit dem Essen komme ich zurech...