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Mittwoch, 25. März 2020

Essgestört. Gefangen mit Corona.

Für alle die, die genauso kämpfen wie ich.
An all' jene, die versuchen zu verstehen.

Nach einem für mich persönlich schwierigen Herbst und Winter ("Sie sind chronisch krank") und dem Aufrappeln ("Wochenend-Alltag auf Bulimisch") mit viel Willenskraft zu Beginn des frischen Jahres, hat die Welt nun Corona, besser: COVID-19 - das Coronavirus SARS-CoV-2, fest im Griff. Ich bin dankbar, dass meine Familie und ich sowie meine Herzensmenschen gesund sind, und ich bin außerdem ganz fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam diese Krise bewältigen werden. Allerdings begleiten mich Tag für Tag nicht nur die virusbedingt notwendigen Einschränkungen, sondern auch meine eigene Geschichte. Und die geht bekanntlich so:

Kathrin. 45. Essgestört. Suchtkrank. Depressiv. Das bin ich.
Und jetzt auch noch im Gefängnis mit Corona.

Sonntag, 2. Februar 2020

Wochenend-Alltag auf Bulimisch

Jeden Tag beginne ich von vorne, Weglaufen geht nicht. Montag bis Freitag, dann Wochenende, die härteste, weil unstrukturiertere, freiere Zeit. Wieder ist also Samstagabend, inzwischen Sonntagfrüh; ich habe einen Tag geschafft: Mit der Familie, mit Haushalt, Einkauf, Kochen, Backen und Essen. Im Zwiespalt zwischen Pause und Gefahr. Achtung: offen, ehrlich.

Freitag...

war ein schlechter Tag. Ich wollte erbrechen, aber meine Psyche hat zugemacht - es ging nicht alles raus. Verzweiflung, dann Gleichgültigkeit rangen jeden Widerstand nieder, ich griff später oft und schnell in die Schüssel mit den Chips, eine zweite Tüte wurde geöffnet und geleert. Dazu ein weiteres Glas Wein. So beginnt ein Wochenende auf Bulimisch.

Samstag, 4. Januar 2020

"Sie sind chronisch krank."

Ein kurzer Abriss, was das für mich bedeutet, und wie es sich anfühlt, so ins neue Jahr zu gehen. Vielleicht ein Rückblick und Ausblick...

Leider wahr.

Chronisch links...
Ich-bin-chronisch-krank. Ich bin chronisch krank. Ich bin chronisch. Ich bin. Ich. Wer bin ich? Bin ich die da, die morgens beim Aufstehen schon hofft, der Tag möge schnell vorbei gehen und viel, viel Ruhe für sie bereithalten? Und bin ich auch die da, die freudig und schön zurechtgemacht den Kindergeburtstag wuppt, die sich kümmert. Oder die da, die in Schlamperhose mit abgekauten Fingernägeln in die Tastatur haut? Ich bin Viele. Ich bin nämlich auch die, die morgens an den Wein vom Abend denkt, die es hasst, sich mit Einkaufen und Essen zu beschäftigen, die trotzdem ständig daran denkt, die immer müde ist. Tja, ich bin so Viele. Und viele dieser Anteile sind chronisch krank. Noch dazu ist mein gesamtes Ich chronisch energielos.

Wie komme ich drauf?

Meine tolle Ernährungsberaterin sagte diese Titelworte vor ein paar Tagen zu mir, als ich traurig, beinahe erschüttert, feststellte, dass wir wiederholt Strategien und Vorgehensweisen besprechen müssen, weil diese immer noch nicht in meinem Innen verankert sind, so scheint es. Ich schäme mich so sehr dafür: Wieder und wieder thematisieren wir Portionsgrößen, Bestandteile einer Mahlzeit, die Wirkung von Eiweiß und Fetten, die Bedeutung von Kohlenhydraten, die Merkmale von Appetit und Hunger, den Umgang damit. Wieder beichte ich meine Fressanfälle und das Erbrechen. Ich habe es nicht geschafft, beides über die Feiertage auszulassen.

Was mache ich draus?  

Meine tolle Ernährungsberaterin richtet mich wieder aus auf meine Ziele,
...und chronisch rechts.
ermutigt mich, bleibt treu an meiner Seite und hat kein Problem mit diesen Wiederholungen.
Mit ihrer Hilfe fasse ich alte Vorsätze neu: Nach den Ferien-Feiertagen werde ich wieder Essprotokoll führen, ich werde an die tägliche Portion Nüsse denken, den Alkohol während der Woche weglassen und insgesamt reduzieren, an meinen Sport-Terminen festhalten, ich werde wieder Essenspläne schreiben und Mahlzeiten vorbereiten, Schokolade und Kuchen einplanen, aber nicht schnell nebenbei essen, ich will die definierten Portionsgrößen einhalten. Das alles erinnert mich doch sehr an die Hausaufgaben vom Januar letzten Jahres und an meine Beichte. Habe ich also gar nichts erreicht? Nein, so ist es nicht. Doch diese Krankheiten, meine Krankheiten sind bitter: bitter-ernst und bitter-chronisch. Darum bleibt mir nichts übrig, als stets neu anzufangen. In der Hoffnung, dass ich überlebe. Und dass das Leben vielleicht doch ein wenig leichter wird.

Mittwoch, 10. April 2019

Glücklich sein

Vortrag von Kera Deiss – Ein persönlicher Appell zur kritischen Reflexion


Große Freiheit?
Ich erlebe einen lebendigen Vortrag, durchaus authentisch. Warum mir eine umfängliche Aufklärung so wichtig ist und ich den Vortrag nicht unkommentiert stehen lassen kann. Warum ich diesen persönlichen Appell zur kritischen Betrachtung des Gezeigten und Gehörten anschließe. Bitte weiter lesen! Bitte weiter sagen!


 „Glücklich ist das neue Schön, Hungern war gestern. Ein (Ex-)Model erzählt.“ am 2. April 2019 im Hospitalhof Stuttgart

Sonntag, 27. Januar 2019

Hausaufgabe:

Verlorengegangen.

Zielvereinbarung.


Stichworte, Schlüsselworte: Ziele, Wünsche, messbarer Erfolg, Umsetzung, Zielerreichung. Himmel, liegt mir das alles schwer im Magen. Oder wie Steine auf dem Bauch. Wieder bin ICH dran, ich muss arbeiten und handeln, kein anderer erledigt das für mich. Aber was eigentlich genau?

Die Sache mit den Zielen.

Oder wenigstens: mit dem Ziel. Die Sache mit dem 1 Ziel. Eins werde ich doch wohl definieren können, oder?! Mein wunderbarer Therapeut findet, dass ich nun, da ich so Vieles erreicht und umgesetzt habe, meine Ziele neu festzurren sollte. Überall sieht er Erfolge, aber auch das Schwere, Ungelöste. Sein Denken bezieht sich perspektivisch auf das nächste halbe Jahr, also auf die Zeit bis zum Sommer vielleicht. Dann werden sich unsere Wege trennen. Es ist gut, das zu wissen. Ich bin darüber nicht erstaunt oder böse, das war zu erwarten und ist bloß ehrlich. Wir gehen schon viele Jahre gemeinsam und es ist richtig, diese Symbiose langsam und vorsichtig zu lösen. Für meine Zielvereinbarung definiert dies den verfügbaren Zeitrahmen. 

Sonntag, 16. Dezember 2018

Einblick in die Therapie

Gefangen.

Bubbles...


..., überall Bubbles: Seifenblasen, Illusion, Halluzination, Traum, Fiktion, Wahn, Fantasie, Wahrheit? Bubbles eben. Einblick in eine von vielen Therapiesitzungen.

Wieder ein Status Quo.

Wie gesagt, habe ich die Frequenz meiner Therapiesitzungen erhöht. Ich muss mich also fast wöchentlich den Fragen meines Therpeuten stellen. Zunächst die hard facts, die guten, die Haben-Seite zuerst: Ich habe mein Leben und damit auch das Leben meiner Familie auf den Kopf gestellt; nach langem und schwerem Ringen habe ich eine Entscheidung getroffen, die uns alle betrifft und Vieles verändert. Der Schritt war überfällig und so schwer wie noch nichts bisher in meinem Leben. Trotzdem gehört dies auf die Haben-Seite, obwohl es sich überhaupt nicht gut anfühlt.

Sonntag, 28. Oktober 2018

Schallgrenze

Ich.*

Diagnose: Adipöse Depression.


Mein Versuch, so normal zu leben wie mein Umfeld - gescheitert. Einfach laufen lassen - funktioniert nicht. Dabei wünsche ich mir nichts mehr, als ohne Gedanken an Essen und Figur den Tag zu verbringen. Statt dessen sehne ich schon morgens den Abend herbei und immer so weiter, verfluche jede Mahlzeit, alle Freude geht verloren. Es grüßt die Depression. Die Diagnose lautet: Adipositas. Schwarz auf weiß. Von der Ärztin bestätigt.*

Sonntag, 30. September 2018

Verflixte Intuition

Die Sache mit dem Essen-Lernen.



Aberklardoch!
Das Thema Essen und ich, wir kennen uns schon sehr lange. Aber wir pflegen keine Harmonie-Beziehung, sondern eine Hass-Liebe, die richtig tief geht und weh tut und unlösbar scheint. Im post "Größte Verunsicherung - als ich anfing, essen zu lernen..." schreibe ich über Selbstverständliches: Appetit, Hunger, Sättigung zum Beispiel. Jetzt wage ich einen Rückblick von diesen Anfängen hin zum Heute, zu meinem Neustart. Immer geht es um's Essen, die Gedanken sind nie frei.

Sonntag, 23. September 2018

Neustart

Zurück auf Anfang

Neustart oder 'zurück auf Anfang'? Die Ferien sind vorüber, das schöne Wetter auch. Ich atme dankbar die regenreiche Luft. Die langen Monate der Hitze haben mich angestrengt: Zu viel Sonne, zu viele kurze Röcke und scheuernde Oberschenkel, zu viel Eis und Aperol Spritz, insgesamt zu viel zu tun. Ich starte neu, auch, indem ich zurück auf Anfang gehe.

Überwältigungen.

Ich höre auf meine innere Stimme.

Diese meldet sich durchaus. Und ganz häufig übergehe ich die Signale, weil ich sie nicht wahrnehmen will. Ich scheue nämlich die Auseinandersetzung, das weiß ich inzwischen. Lieber mag ich Harmonie - selbst wenn sie aufgesetzt oder herbei gelogen ist. Aber: Damit ist Schluss, ich will meine innere Stimme zumindest wahrnehmen, die Signale bewerten, abwägen, um dann für mich selbst entscheiden und auch einstehen zu können.

Sonntag, 27. Mai 2018

Total verzerrte Wahrnehmung

Weglaufen geht nicht - Auseinandersetzung muss sein.


Im Spiegel sehe ich eine Frau mit einem schönen, schmalen Gesicht, mit kurzen dunklen Haaren, die von grauen Reflexen durchzogen sind. Eine etwas krumme Nase hat sie mit einem kleinen Piercing. Und diese Augen - so dunkel und intensiv. Bin ich das? Ja, das bin ich. Nur der Teil abwärts vom Hals schien mir immer total falsch, den wollte ich nicht. Das ändert sich langsam. 

Der Spiegel offenbart meine Körperschemastörung.

Den Blick in den Spiegel habe ich immer vermieden; in meinem Haus gibt es erst seit meinem 1. Klinikaufenthalt vor 3 Jahren eine Ganzkörperansicht. Trotzdem habe ich unzählige Stunden schon als Mädchen und junge Frau vor  Spiegeln oder Fensterscheiben verbracht: mit puberärem oder durchtrainiertem
Traumhaft: Barbieland.
Bauch, mit wenig und später
mit schwangerem Bauch, auch mit stolz-weil-dürr-Bauch. Dann in magerem Zustand ganz ohne Bauch oder jetzt mit weichem Speck-Bauch. Nie hat der Spiegel gezeigt, was ich so dringend sehen wollte: Einen perfekten, dünnen, wohlgeformten, strahlend schönen und makellosen Körper. Weiblich, sexy, jedoch bitte ohne Brust und Hüfte und Schenkel, ohne jede Delle oder Welle. Wie sehr sich das gegenseitig ausschließt... Und egal, wie dünn ich war, ich war nie dünn genug, sondern im Spiegel immer fett. Willkommen im Denken und Fühlen meiner verzerrten Selbstwahrnehmung!

Donnerstag, 3. Mai 2018

Über das Haben-Müssen

Gier, gierig, am Gierigsten.


Ein Beitrag auf den Seiten der Filderklinik klärt meine Gedanken, zementiert mein Verhalten und lässt mich verzweifelt hoffen.

Über das Haben-Müssen.

Schwarz auf weiß.
Schon lange bemerke ich diese Maßlosigkeit an mir. Sie erschüttert mich zutiefst. Ich bin ihr ausgeliefert. Aber: Mein Widerstand wurde über die Jahre stärker, die Maßlosigkeit verlagert sich noch mehr vom Mich-Quälen-Müssen auf das Haben-Müssen. Ist das also besser? Ja, ich denke schon, da ich so zumindest die physischen Schädigungen aufhalten kann. Allerdings: Die Scham bleibt. Und das wiegt schwer. Diese Scham, das Gefühl des Versagens, kann ich schlecht ertragen; ich verbleibe im Kreislauf von Verzweifeln und Zudeckeln und Schämen.

Freitag, 30. März 2018

Auf dem (Frauenkreuz)Weg

Mitgestalten und Abladen


Wie mich Zufälle und Fügungen den Evangelischen Frauen in Württemberg nahe bringen und worin es (zunächst) mündet.

Abschied.

Die letzten beiden Wochen waren in meinen Gedanken und Gefühlen völlig überdeckt vom Tod meiner Freundin Kirsten. Dieser Verlust erscheint so ungerecht und fürchterlich, dass mir die Worte fehlen. Wie kann mein Herz nur derart unvorbereitet sein, obwohl der Verstand im Vorfeld Zeit genug fürs Begreifen hatte? Alles in mir wehrt sich gegen das Verstehen!

Entwicklung.

Letzten Sommer hatte ich ein Seminar besucht, dort Zeit zum inspirierenden Gespräch zwischen den Schulungsblöcken gefunden, Ideen gesponnen: Ich wollte mitmachen beim ökumenischen Frauenkreuzweg in Stuttgart. Ich war auf einen Zug aufgesprungen, der nun für mich viel zu schnell fuhr. Auf einmal werde ich gebeten zu liefern, muss mich nackig machen vor der Öffentlichkeit, bekomme Angst vor meinem eigenen (Über-)Mut.

Auf dem Frauenkreuzweg, auf dem Weg.

Und jetzt ist es wieder soweit, es wird Ostern. Völlig verdrängt, passt das Fest plötzlich zu mir und zu meiner Stimmung. Denn zunächst ist heute Karfreitag. Ich begebe mich also auf meinen ersten Frauenkreuzweg. Jesus ist am Kreuz gestorben, auch für mich. Auch für mich? Gar nicht so sattelfest im Glauben, habe ich viele Fragen. Ich fühle mich getragen von den Frauen und Männern um mich herum, von der Musik, so dass ich mich trauen kann, vorzutragen, was ich zu sagen habe. 

Hinterher.

Ich komme nach Hause, brauche zuvor den Cappuccino im Café und die Fahrt in der U-Bahn zum Sammeln und Nachdenken. Zwei Stunden zuhörend und schweigend Unterwegssein durch die Stadt mit Ziel und Abschluss in der Hospitalkirche hinterlassen Eindruck. Ich fühle mich sortierter, ruhiger. Ich glaube, ich habe eine ganze Menge Ballast in der Hospitalkirche gelassen. Mir kommen die Tränen, so Vieles ist abzuladen. Es ist nicht alles gut. Doch es wird Ostern, auch für mich.

Mein Vortragstext zum Nachlesen: Station 3, Essstörungen.

Ort: Marktplatz/Ecke Schulstraße

„Mama, toll, Du hast wieder Nutella gekauft!!“

Montag, 15. Januar 2018

Impuls aus der Romantik

Romantisch, auf dem Kopf.

Nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir.

Wie mir ein Impuls von außen ins Auge springt, mir hartnäckig immer wieder einfällt, mich sehr nachdenklich hinterlässt und möglicherweise weiter bringt. Ins Tun kommen. Handeln. Jetzt aber wirklich?!

Ein kurzer Ausflug in die deutsche Literatur.

"Selbstdenken ist der höchste Mut. Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch selbst handeln."
Bettina von Arnim, (1785 - 1859), deutsche Schriftstellerin und Vertreterin der Romantik, eigentlich Anna Elisabeth von Arnim, Schwester des Philosophen Clemens Brentano.

Hausaufgaben für die 12. Klasse, glaube ich.

Damals habe ich Bettina von Arnim kennen gelernt - und nicht so sehr gemocht. Doch tatsächlich kehrt die Erinnerung bruchstückhaft zurück, als ich das neue Programmheft vom Hospitalhof in der Hand halte: Gleich auf der 1. Seite will ein Zitat der Schriftstellerin von mir gelesen werden. Will sogar wiederholt gelesen werden. Und turnt seither in meinem Kopf herum.

Dienstag, 9. Januar 2018

Andere Blickweise

Bankgeheimnis anders.

Mensch, bin ich empfindlich.


Warum mich ein Seminarbesuch am Wochenende nicht nur bereichert, sondern auch erschüttert.

Der Hospitalhof in Stuttgart...

...ist für mich ein wunderbarer Ort. Ich mochte die Gegend schon immer, doch nach dem vorsichtigen Umbau vor einigen Jahren ist das Hospitalviertel noch schöner, noch offener, noch einladender geworden. Insbesondere der Raum um und in der Hospitalkirche bzw. dem Hospitalhof gefällt mir sehr. Es gibt Vieles auf den 2. Blick zu entdecken. Ich komme dort zur Ruhe.

Von der Familie befreit...

...habe ich ein Feldenkrais-Seminar besucht, zwei Tage nur für mich, zwei Tage etwas Neues kennen lernen.

Sonntag, 24. Dezember 2017

Schlüsselsätze: Standards einhalten

Ins Tun kommen: Regeln befolgen, Standards einhalten, einfach nur ins Tun kommen!

Darüber habe ich schon geschrieben - im Hinblick auf die körperliche Aktivierung. Natürlich gilt dieser Schlüsselsatz insbesondere auch für den Umgang mit dem Essen, täglich, bei jeder Mahlzeit, in jeder Essens-Situation.

Ins Tun kommen...

Verführung im Büro.
... ist immer noch oder immer wieder verdammt schwer für mich. Aber ich will es versuchen. Nach meinem erneuten Erbrechen umso mehr. Ich habe diesbezüglich viele Baustellen. Als stille Meisterin der Vermeidung kenne ich natürlich meine Wege, diese Baustellen zu umgehen. Alles nur Umwege. Ich muss dahin, wo die Angst ist. Noch so ein Schlüsselsatz.

Samstag, 23. Dezember 2017

Oh Du Verzweiflung

"Ich weiß auch nicht, warum die Therapie bei Ihnen nichts bringt."

Warum mich ein Telefonat mit der Krankenkasse verzweifelt zurück lässt. Und das so kurz vor Weihnachten.

Noch 7 Therapie-Einheiten, dann bin ich gesund.

Ich bin erledigt.
Mein Therapeut ist ein wunderbarer Mensch. Er weiß, was ich brauche und was mir guttut und kann mir die Richtung weisen. Selbst dann, wenn ich es nicht hören will, oder wenn er es zum hundertsten Mal sagen muss. Er kann strukturieren. Er ist ehrlich. Er kann seine Stimme verändern, so dass ich mich auch in schwierigsten Momenten gut aufgehoben fühle. Ich kann auch offen und ehrlich sein. Ich kann mich fallen lassen und aufgerichtet wieder raus gehen. Nur zaubern kann er auch nicht. Und so bleiben mir nur noch 7 Therapie-Sitzungen, die von der Kasse gezahlt werden. Zum Ehrlichsein gehört auch, dass er mir so etwas sagt. Für die sarkastische Kathrin heißt das: Noch 7 mal, dann bin ich also gesund.

Das finde ich zum Kotzen. Und genau das ist auch passiert.

Samstag, 2. Dezember 2017

Schlüsselsätze: Ein Überblick

Meine Schlüsselsätze.

Ich bin ein Schreiberling. In den letzten beinahe vier Jahren intensiver therapeutischer Erfahrungen sammelte ich meine Notizen in vier dicken Leitz-Ordnern. Was mache ich heute damit?

Ich finde die Perlen! 

Jetzt stecke ich fest in meiner Symptomatik und wühle mich durch meine Unterlagen mit dem Ziel, mir selbst Mut zu machen durch den Blick auf alte Hürden und deren erfolgreiche Überwindung. Dabei entdecke ich wahre Schätze, echte Perlen, Schlüsselsätze meiner Therapien.

Freitag, 1. Dezember 2017

Schlüsselsätze: Aktivierung

Mobilisieren Sie Ihren Körper!

Diesen Schlüsselsatz aus der Mototherapie mache ich zu meinem Rettungsanker, Notnagel, heilenden Gedanken und Strohhalm: Den Rücken strecken, Kopf hoch, das Kinn gerade, Schultern nach hinten, wach werden...

 

Ins Tun kommen...

... ist verdammt schwer. Aber ich muss aus der Depression raus, muss mein feststeckendes Ich-Mich wieder befreien, damit ich merke, dass ich da bin, damit ich mich anders spüre als im Schmerz. Im körperlichen Schmerz beim Fingernägelkauen oder Putzen bis der Schweiß rinnt, beim Treppe rauf und runter rennen, beim Kopf-gegen-die-Wand-schlagen oder beim Wein trinken bis mir schwindelig ist. Oder beim Erbrechen bis es blutet, was plötzlich wieder so einfach geworden ist.

 

Ins Tun kommen...

... kostet mächtig Überwindung. Es scheint einfacher zu sein, im dunklen Loch zu bleiben. Jedoch, ich will da wieder raus!

Freitag, 24. November 2017

Wirklichkeit ohne Bodenkontakt

Bähmm! Angekommen in der Wirklichkeit.

 

Aber: Was ist meine Wirklichkeit?

Schlimmer geht immer.
Diese Woche war die schwerste Woche.
Ich war eine wirklich gute Mutter, als Ehefrau so naja. Der Haushalt läuft, Weihnachten wird vorbereitet, der Alltag organisiert. Dinge werden erledigt. Klappt super.
Das ist meine Alltagswirklichkeit.
Aber heute musste ich genauer hinschauen.

Denn: Das Erbrechen hat mich wieder.

Dienstag, 21. November 2017

Im Dialog: Eindrücke von Station M3b7

Wir haben etwas zu sagen!

Auch während meines letzten Aufenthaltes in der Klinik habe ich auf Station M3b7 wieder wundervolle Frauen getroffen. 

Einige von ihnen aus dem Esskonzept kommen hier zu Wort. Ich danke Euch sehr, dass ich Euch diese Fragen stellen durfte: Karin, Isabell, Mitpatientin I, Valentina, Mitpatientin S.. Ich beantworte die Fragen in Form einer kurzen Selbstauskunft

Von jeder von Euch habe ich gelernt und Impulse mitgenommen - Ihr seid so klug! So verschieden wir sind, so sehr können wir einander manches Mal verstehen. Wir müssen uns voneinander abgrenzen, um uns unterstützen zu können. Wir dürfen Hilfe suchen und diese annehmen. Und noch vieles andere mehr - all' das habt Ihr mir gezeigt.

Mein Dank gilt ebenso den vielen anderen wunderbaren Menschen auf Station. Die Gespräche mit Euch haben mich gestärkt und wirken noch nach. Ihr alle: Macht es gut, bleibt mutig auf dem Weg, obgleich dieser voller Löcher und Fallstricke sein kann. Alles, alles Gute!

Zeit für eine Pause

Umbrüche. Abschiede. Ich ziehe mich zurück, der Blog macht Pause. Gründe dafür gibt es viele, der Wichtigste: Mit dem Essen komme ich zurech...