Ich. Bin. Essgestört. Suchtkrank. Ess-Brech-Sucht-krank, besser: Fress-Brech-Sucht-krank. Aber: Ich bin noch da, noch hier, wieder lebendig, lebensfroh, lebensfreudig. Wie geht das? Ich habe mich vom Fressen befreit, bin jetzt: fressbefreit. Fast. Und lebe!
Mittwoch, 25. März 2020
Essgestört. Gefangen mit Corona.
Für alle die, die genauso kämpfen wie ich.
Nach einem für mich persönlich schwierigen Herbst und Winter ("Sie sind chronisch krank") und dem Aufrappeln ("Wochenend-Alltag auf Bulimisch") mit viel Willenskraft zu Beginn des frischen Jahres, hat die Welt nun Corona, besser: COVID-19 - das Coronavirus SARS-CoV-2, fest im Griff. Ich bin dankbar, dass meine Familie und ich sowie meine Herzensmenschen gesund sind, und ich bin außerdem ganz fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam diese Krise bewältigen werden. Allerdings begleiten mich Tag für Tag nicht nur die virusbedingt notwendigen Einschränkungen, sondern auch meine eigene Geschichte. Und die geht bekanntlich so:Kathrin. 45. Essgestört. Suchtkrank. Depressiv. Das bin ich.
Bulimisch-anorektisch seit 30 Jahren, endlich gesund-werdend. Dabei viel gelernt, bereit zu teilen: Wer mag, geht mit!
Sonntag, 2. Februar 2020
Wochenend-Alltag auf Bulimisch
Jeden Tag beginne ich von vorne, Weglaufen geht nicht. Montag bis Freitag, dann Wochenende, die härteste, weil unstrukturiertere, freiere Zeit. Wieder ist also Samstagabend, inzwischen Sonntagfrüh; ich habe einen Tag geschafft: Mit der Familie, mit Haushalt, Einkauf, Kochen, Backen und Essen. Im Zwiespalt zwischen Pause und Gefahr. Achtung: offen, ehrlich.
Freitag...
war ein schlechter Tag. Ich wollte erbrechen, aber meine Psyche hat zugemacht - es ging nicht alles raus. Verzweiflung, dann Gleichgültigkeit rangen jeden Widerstand nieder, ich griff später oft und schnell in die Schüssel mit den Chips, eine zweite Tüte wurde geöffnet und geleert. Dazu ein weiteres Glas Wein. So beginnt ein Wochenende auf Bulimisch.
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Samstag, 4. Januar 2020
"Sie sind chronisch krank."
Ein kurzer Abriss, was das für mich bedeutet, und wie es sich anfühlt, so ins neue Jahr zu gehen. Vielleicht ein Rückblick und Ausblick...
Leider wahr.
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| Chronisch links... |
Wie komme ich drauf?
Meine tolle Ernährungsberaterin sagte diese Titelworte vor ein paar Tagen zu mir, als ich traurig, beinahe erschüttert, feststellte, dass wir wiederholt Strategien und Vorgehensweisen besprechen müssen, weil diese immer noch nicht in meinem Innen verankert sind, so scheint es. Ich schäme mich so sehr dafür: Wieder und wieder thematisieren wir Portionsgrößen, Bestandteile einer Mahlzeit, die Wirkung von Eiweiß und Fetten, die Bedeutung von Kohlenhydraten, die Merkmale von Appetit und Hunger, den Umgang damit. Wieder beichte ich meine Fressanfälle und das Erbrechen. Ich habe es nicht geschafft, beides über die Feiertage auszulassen.Was mache ich draus?
Meine tolle Ernährungsberaterin richtet mich wieder aus auf meine Ziele,![]() |
| ...und chronisch rechts. |
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Donnerstag, 28. November 2019
Mein reizender Cocktail...
Back to the sprachlosigkeit, back to my very best. Nur variantenreicher, beinahe noch schlimmer als damals, als ich bloß gekotzt habe.
Bekannt: bodenlos traurig, elend und matt und müde, körperlich ausgehöhlt, dauerschlafend und doch nie erholt.
Fast darf ich das hier gar nicht aufschreiben, schließlich wird’s die eine oder der andere lesen. Dann bin ich wieder nackig. Es tut mir leid, ich kann nicht sprechen, nur schreiben.| Symbolhaft. |
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Sonntag, 23. Juni 2019
Ich bin...
... eine gute Tochter.
4 Tage lang war ich eine gute, liebe, aufmerksame, gastfreundliche, lustige Tochter, Bäckerin und Köchin. Jetzt bin ich völlig geschafft, brauche nur noch meine Ruhe und weine meinen Fingernägeln hinterher.Sehnsucht nach den Enkeln.
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| Labyrinthisch. |
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Donnerstag, 30. Mai 2019
Echt jetzt!
Raus aus dem Versteckmich-Modus
Nach meinem Beitrag beim Ökumenischen Frauenkreuzweg 2018 bin ich in Kontakt geblieben mit den Evangelischen Frauen in Württemberg (EFW). Nun habe ich es getan:
Ich habe meine Krankheit öffentlich gemacht, echt jetzt!
Auslöser war der Vortrag von Kera Rachel Deiss, den ich in einem Beitrag kommentierte. Meine Meldung war und ist mir so wichtig, dass ich die EFW fragte, ob sie einen Hinweis darauf in ihrem Blog platzieren könnten. Dankbar bin ich, dass sie meiner Bitte folgten. Und nicht nur das, es entwickelte sich die Idee, ein Interview mit mir zu führen und mehr Frauen an meiner Geschichte teilhaben zu lassen. Mirjam Hübner stellte mir ihre Fragen per eMail, ich nahm mir viel Zeit für die Antworten. Schließlich musste ich für mich klären, welches Maß an Intimität passt - nicht zu viel, nicht zu wenig, auf jeden Fall authentisch wollte ich sein. Und ehrlich, nicht beschönigend. Ich glaube, das ist mir gelungen - was mich selbst betrifft. Wer mag, der lese im EFW-Blog das "Gespräch mit unserer Gastautorin Kathrin Fechner – zu ihrer persönlichen Gesundheitsbiografie, dem Umgang mit Krisen und der Liebe zum Leben." Nun bin ich aufgeregt und gespannt, welche Reaktionen ich wohl bekommen werde...
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Mittwoch, 10. April 2019
Glücklich sein
Vortrag von Kera Deiss – Ein persönlicher Appell zur kritischen Reflexion
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| Große Freiheit? |
„Glücklich
ist das neue Schön, Hungern war gestern. Ein (Ex-)Model erzählt.“ am 2. April
2019 im Hospitalhof Stuttgart
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